Sandau l Bürgermeister Henry Wagner konnte dazu rund 70 Gäste begrüßen. Vertreter der ortsansässigen Vereine, der heimischen Wirtschaft und von Einrichtungen sowie Bürger/innen der Stadt, die sich im Ehrenamt oder mit persönlichem Engagement für das Gemeinwohl eingesetzt haben, gehörten zu diesem Personenkreis.

Keine Angst mehr vor Hochwassern

Henry Wagner hielt auch die Festrede. Das Jahr 2019 war geprägt durch umfangreiche Neubauten und Sanierungsarbeiten am Deich. „Mit diesen Baumaßnahmen hoffen wir und unsere nächsten Generationen, keine Angst mehr vor Hochwassern haben zu müssen“, sagte der Bürgermeister.

Stadtpark ist wieder hergerichtet

Als ein „prägendes Ereignis für unsere Stadt“ bezeichnete der Festredner den „Sturm, der unseren Stadtpark verwüstete. Er war so heftig, dass jahrhundertealte Eichen und Linden einfach entwurzelt wurden und somit ein Bild der Zerstörung boten.“ Dank der Hilfe von Firmen und von Bürgern ist der Park aufgeräumt und wieder begehbar gemacht worden.

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Trotz knapper Kassen viele Höhepunkte

Die Vereine seien ein wichtiges Standbein für die Stadt, erklärte Henry Wagner. „Dank ihnen konnten trotz knapper Kassen viele kulturelle Höhepunkte erhalten werden.“ Als Beispiele führte er das Vereins- und Volksfest, den Riesenpfannkuchenlauf, den Weihnachtsmarkt und den Karnevalsauftakt am 11.11. an. Ein Dankeschön richtete er zudem an die freiwillige Feuerwehr, an die Betriebe und an alle in seinem Bericht nicht genannten Engagierten.

Viele Herausforderungen 2020

2020 werde für die Stadt Sandau ein Jahr mit vielen Herausforderungen. So wird als erstes der Bau der Deichscharte und damit auch die Stilllegung der Fähre erfolgen. „Was für uns einen sehr hohen Einnahmeverlust bedeutet“, so Henry Wagner. Des weiteren ist für 2020 die Sanierung der Ortsdurchfahrt der B 107 vorgesehen. „Auch dies wird für die Bürger tiefgreifende Einschnitte während der Bauphase mit sich bringen. Es ist aber zwingend notwendig.“

Grundschule muss bleiben

Der Erhalt der Grundschule und der Kindertagesstätte liegen der Stadt und ihren Einwohnern sehr am Herzen, betonte das Stadtoberhaupt. „Wir werden alles dafür tun, um diese Einrichtungen zu erhalten.“

Sanierung des Rathauses

Die Sanierung des Rathauses, die ein Schwerpunkt für die nächsten Jahre sein wird, ist auf einem guten Weg. Die Fördermittel hierfür sind alle bewilligt worden. Auch der von der Stadt aufzubringende Eigenanteil ist durch den Verkauf der Holländerei gesichert. Im Zuge der Deichrückverlegung, die weiter fortgesetzt wird, soll für die Holländerei ein neuer Flächennutzungsplan zusammen mit fachkundigen Bürgern erarbeitet werden.

Kita ist gut ausgestattet

„Wenn wir etwas brauchen, dann regelt das die Verbandsgemeinde ganz hervorragend“, findet Simone Glätzer, die stellvertretende Leiterin der Kindertagesstätte „Sonnenkäfer“. „In materieller Hinsicht hat die Kita derzeit keine Wünsche. Wir sind gut ausgestattet. Ansonsten wünschen wir uns natürlich für uns und die derzeit 48 Kinder in Krippe, Kindergarten und Hort viele schöne Momente und Höhepunkte. Erfreulich für unsere Einrichtung ist, dass die Entwicklung der Kinderzahlen ansteigend ist.“ Ab Februar hat die Kita „Sonnenkäfer“ mit Esther Thiele übrigens eine neue Leiterin.

Ausbildungsplatz sicher

„Ich denke, dass das neue Jahr für mich ein sehr ereignisreiches und hoffentlich auch erfolgreiches Jahr wird“, blickt Jakob Müller auf das Kommende. Denn der 16-Jährige gehört zum diesjährigen Abschlussjahrgang an der Havelberger Sekundarschule. „Jetzt kommen bald die Vorprüfungen und dann geht es in die Abschlussprüfungen.“ Eine sehr erfreuliche Nachricht hat er aber schon im Vorjahr bekommen: „Meinen Ausbildungsplatz als Tischler in einer Firma in Havelberg habe ich bereits in der Tasche.“ Und dann möchte der junge Mann 2020 noch ein weiteres persönliches Vorhaben in Angriff nehmen: den Auto-Führerschein.

Fähre gehört zum Leben

So lange er noch kann, möchte Manfred Will als Fährmann auf den Fähren in Sandau, Arneburg und Werben einspringen. „Ich bin seit 1962 Fährmann und seit 1967 auf der Fähre in Sandau. Ich kann nicht so einfach aufhören, obwohl ich schon 79 Jahre alt bin. Fährmann zu sein, ist mein Leben, mir geht es einfach gut dabei. Und ich bin immer unter Leuten. Ich kenne so viele davon, die es größtenteils auch gern hören, wenn ich zum Spaß so einiges Dumme von mir gebe.“ Und wenn er mal auf keiner der drei genannten Fähren gebraucht wird, dann hilft Manfred Will auch gerne mal der Stadt bei notwendigen Arbeiten. Für ihn ist für 2020 deshalb das Wichtigste: „Gesund bleiben!“

Zwei große Jubiläen in 2022

Stadtrat Jörg Müller hofft, dass „die Bauarbeiten für die Deichscharten, beim Deichbau in der Ortslage und vor allem auch beim Straßenbau planmäßig erfolgen und dabei keine Überraschungen auftreten, die die eine oder andere Maßnahme noch verlängern.“ Außerdem wünscht er sich ein noch engeres Miteinander der Vereine der Stadt, „vor allem mit Blick auf die beiden großen Jubiläen im Jahr 2022.“ Denn in diesem Jahr sollen 750 Jahre Stadtrecht und 750 Jahre Fähre in Sandau würdig begangen werden. „Die Vorbereitungen dafür haben begonnen“, informiert er. „Und die Vereine der Stadt sind gefragt, dabei tatkräftig mitzuwirken. Damit wir alle gemeinsam an einem Strang ziehen.“

Wann gibt es Informationen?

Kritische Worte im Zusammenhang mit dem Straßenbau an der B 107 durch Sandau äußerte Gastwirt Detlef Ballendat. „Mit den Anliegern der Bundesstraße ist über die Maßnahme noch nicht gesprochen worden. Wann soll das passieren? Und warum kann der Bau nicht halbseitig erfolgen? Dann könnte der Verkehr weiter rollen. Woanders ist das auch möglich. Wenn hier ewig keiner durch kommen kann, dann kann ich meine Gaststätte zu machen.“

Mehrere Ehrungen

Zum Abschluss des offiziellen Teils des Neujahrsempfanges hatte der Bürgermeister noch einige Ehrungen vorgenommen. Ehrenurkunden erhielten Maria Zohm (für die Sternensinger-Aktionen), Claus Peter Damker (seit 25 Jahren Vorsitzender des Sandauer Carnevals Club), Harald Jahn (Anglerverein), Manfred Will (seit 1967 Fährmann in Sandau) und der Jugendliche Jakob Müller für sein vorbildliches Handeln bei einem Hausbrand in der Elbestadt. Mit dem Eintrag ins Ehrenbuch der Stadt Sandau wurde Berta Meyer ausgezeichnet.