Schollene l Und auch noch viel ältere Modelle wie Awo und Lanz Bulldog, die schon vor dem Zweiten Weltkrieg über Straßen und Felder rollten, waren beim dritten Oldtimertreffen zu sehen.

Zufrieden lässt Ron Koch am Samstagnachmittag seinen Blick über den Festplatz schweifen. So voll hat er es sich gewünscht, als er zusammen mit dem Heimatverein mit der Planung des dritten Oldtimertreffens begonnen hatte. 147 Fahrzeuge zählt er, mehr als letztes Jahr. Die meisten sind Mopeds und Motorräder: 96. Der Rest Autos, LO-Lkw und Traktoren.

Ältestes Fahrzeug von 1936

Bei den Traktoren steht auch das älteste Fahrzeug des Tages: ein Lanz Bulldog von 1936. Mit 10 km/h war Peter Albuschat aus Rehberg nach Schollene getuckert gekommen. Einst hatte er ihn als „Schrott“ gekauft und dann aus drei alten einen wieder fahrtüchtigen Traktor gemacht. Nur noch eine handvoll gibt es davon im Elbe-Havel-Land. Deshalb blieben die Besucher auch davor stehen, ließen sich erklären, wie man so ein über 80 Jahre altes Fahrzeug anwirft.

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Nicht ganz so kompliziert ist es bei dem Traktor der Marke „Eigenbau“ von Karsten Luis. Der Schollener hat das Gefährt mit einem Motor von 1974 gut in Schuss. Zum Holzfahren kommt es zum Einsatz. Und wenn im Heimatort zum Oldtimertreffen gerufen wird, wird der Traktor natürlich auch gern aus der Garage geholt.

Gleich mit der ganzen Familie rückte Dieter Grohs aus Rogätz an. Er ist in Schollene aufgewachsen, hat hier Verwandtschaft, die er öfters besucht. Für Sonnabend wurden fünf alte Motorräder aufpoliert, mit denen es nach Schollene ging: von der alten AWO T von 1961 bis hin zur ETZ 251 von 1989. „Hier ist alles gut organisiert“, lobt er die Veranstalter.

Ein Schollener, der eine Leidenschaft für alte Zweiräder hat, ist Torsten Schäfer. Er hat einen Habicht von 1973 mit selbstgebautem Anhänger, außerdem einen Roller und eine ETZ 251. Ob noch mehr dazu kommt? „Na mal sehen ...“

Mit der AWO zur Hochzeit

Heiko Gennermann aus Schollene hegt an seine AWO Sport von 1960 ganz besondere Erinnerungen. Er hatte sie sich 1984 nach seinem 18. Geburtstag gekauft. Irgendwann blieb sie in der Garage stehen, staubte ein. Vor zwölf Jahren, als er seiner Frau Birgit das Jawort gab, holte er das Motorrad wieder vor und polierte es auf, um damit zum Standesamt zu fahren. Seit 20 Jahren hat er auch eine Harley Davidson. Mit einem der beiden Motorräder fährt er, wenn das Wetter schön ist, gemütlich zur Arbeit nach Havelberg.

Eines der geparkten Autos auf dem Festplatz war das von Nino Vanselow aus Sandau. Die Crysler Cordoba ist Baujahr 1978, alles im Originalzustand. Im vergangenen Jahr hatte der junge Mann sie übers Internet in den USA geordert und nach Deutschland schippern lassen. Bis zu 20 Liter Benzin schluckt der große Motor. Aber ganz weite Fahrten unternimmt die Familie damit ja auch nicht.

Weit hatte es auch Sven Poser nicht nach Schollene. Mit der AWO 425 T von 1958 kam er aus Buckow angefahren. Sie steht in der Scheune von seinem Großonkel, der nicht mehr fahren kann. Dass sein Großneffe sich für alte Technik interessiert und beispielsweise „Schwalbe“ fährt, freut ihn sehr.

Ron Koch und der Heimatverein hatten für das Treffen mehr organisiert als nur den hergerichteten Festplatz. Es gab Kaffee und Kuchen und Gegrilltes, einen kleinen Flohmarkt auf der Bühne, Kinderschminken. Gut angenommen wurde auch der abendliche Tanz um die Feuerschale. Für die passende Musik sorgten die DJ Benny Bounce – Sascha Wieck aus Warnau – und Markus Heidecke.

Neue Ideen für 2019

Wie Ron Koch eigentlich zum Organisator des Oldtimer-Treffens geworden ist? „Der Heimatverein hatte mich angesprochen, ob ich das machen könnte. Warum nicht?“ Denn der Schollener fährt selbst jedes zweite Wochenende mit ein paar Kumpels auf alten Mopeds durch die Gegend – bei der Ausfahrt sind bis zu zehn Fahrzeuge dabei. Er selbst hat die Wahl zwischen TS 250 mit Beiwagen, Simson und Roller. Dass sogar Clubs wie beispielsweise Simson Classics aus Friesack oder der Java-Club aus Rhinow nach Schollene kommen, freut ihn. Und auch, dass so viele Besucher kommen, um beim Betrachten der alten Maschinen in Erinnerungen zu schwelgen.

Für 2019 hat er weitere ­Ideen: eine Händlermeile, Pokale beispielsweise für die weiteste Anreise oder die älteste Technik, eine große Ausfahrt. Der Festplatz ist groß – da haben jede Menge Oldtimer Platz.