Sandau l Laut Planungen der Regierung sollen sich die wegen der Pandemie bislang noch geschlossenen Kirchen womöglich ab dem kommenden Monat wieder für die Gläubigen öffnen. Der Sandauer Pfarrer Hartwig Janus sieht das mit großer Skepsis. Weil vor allem ältere Bürger – und damit die Hochrisikogruppe – zu den Gottesdiensten kommen, sieht er die Kirche dabei in einer enormen Verantwortung.

Zudem ist die materielle Ausstattung dafür noch völlig ungeklärt – zum Beispiel mit Desinfektionsmitteln. Man dürfe bei den Gläubigen keine falschen Erwartungen wecken, warnt der Pfarrer – die Gefahr sei noch lange nicht vorbei. Danach werde vieles anders sein, neue Wege müssen beschritten werden. Wird es dann womöglich noch Regionalgottesdienste geben? Jetzt müsse man unter anderem auch in den Gemeindekirchenräten anfangen, darüber nachzudenken.

Neue Wege beschreiten

Der Pfarrer beschreitet angesichts der geschlossenen Gotteshäuser schon mal einen neuen Weg: Jeden Sonntag ab 10 Uhr bläst er von jeweils drei Kirchtürmen. Zum Auftakt war sein „musikalischer Segen“ am Sonntag in Klietz, Scharlibbe und Schönfeld zu hören, wobei jeweils in alle Himmelsrichtungen musiziert wird. Auch wurden gleich die neuen Gemeindebriefe angebracht. Unterwegs war der Sandauer mit seinem E-Bike.

Am Sonntag, 26. April, folgen die Kirchen in Rehberg, Kamern und Wulkau, am Sonntag danach sind Warnau, Garz und Kuhlhausen an der Reihe.