Verden/Havelberg l In den geraden Jahren ist Havelberg Zielort und in den ungeraden Jahren geht es nach Verden. Am Dienstag fuhr somit wieder ein Bus von Havelberg aus in die Allerstadt. An die 50 Havelberger – damit war der Bus so gut wie ausgebucht – sorgten dafür, dass die Domstadt am Tag der Deutschen Einheit in ihrer Partnerstadt wieder gut vertreten war. Hinzu kamen dann noch einige Frauen und Männer aus Havelberg, die mit ihren Pkw nach Verden gereist waren, um zum Beispiel Freunde und Bekannte zu besuchen.

Schöne Tradition seit 27 Jahren

Mit „perfekt, dass an einem solchen Tag die Sonne scheint“, begrüßte Verdens Bürgermeister Lutz Brockmann seine Gäste im Rathaus. Aus deren Reihen wurde entgegnet, dass man die Sonne dafür extra aus Havelberg mitgebracht habe. Als Gastgeschenk gewissermaßen. – Ein Scherz, der letztlich bei allen gut ankam.

Brockmann bezeichnete die gegenseitigen Besuche zum Einheitsfeiertag als „eine gute Gepflogenheit und Bereicherung der Beziehungen“ zwischen beiden Partnerstädten. Amtskollege Bernd Poloski pflichtete ihm bei. „Es ist eine schöne Tradition, dass Bürger beider Städte sich an der Havel und an der Aller gegenseitig besuchen, um zu sehen, wie es den Partnern geht, was sich in den Städten verändert hat und was noch alles so an Aufgaben auf sie zukommt“, sagte er. „Seit 27 Jahren leben wir das hervorragend gemeinsam miteinander.“

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Die Jugend gewinnen

Bernd Poloski wünscht sich, dass das auch in Zukunft so bleibt und sich „die nächsten Generationen ebenfalls über solche Begegnungen freuen können“. Ein Anfang dafür wäre, wenn sich vor allem auch Schüler und andere junge Leute am 3. Oktober einmal mit in den Bus setzen würden, um etwas über die partnerschaftlichen Beziehungen zu erfahren und die Partnerstadt und ihre Bewohner kennenzulernen.

In dem Zusammenhang nutzte Thomas Müller, Vorstandsmitglied im Havelberger Schülerinstitut SITI, die Gelegenheit, um den Verdener Gastgebern die Webseite gruppenfahrt-havelberg.de und den dazugehörigen Flyer vorzustellen. „Denn Havelberg bietet erstaunlich viel für eine erlebnisreiche Gruppenfahrt“, warb Thomas Müller in seinem kurzen Vortrag vor allem um Schülerreisen in die Partnerstadt. „Die Wege in unserer Kleinstadt sind kurz. Und die Angebote sind vielseitig und mit differenzierten Betätigungsfeldern für zahlreiche Interessen: Geschichte erleben, Technik begreifen, Natur erkunden, Sport treiben.“ Lutz Brockmann versprach, dass er die ihm übergebenen Flyer an die Schulen in seiner Stadt verteilen werde.

Haushoch verloren

Aus einer Idee des Havelbergers André Gerdel ist vor fünf Jahren der Städte-Cup im Fußball entstanden. Der Vergleich zwischen den 1. Männermannschaften der beiden Vereine aus Verden und Havelberg, zwischen denen ebenfalls partnerschaftliche Beziehungen bestehen, trägt zur Bereicherung des Festprogramms am 3. Oktober bei. Die ersten vier Begegnungen gegen den FC Verden 04 hat der FSV Havelberg verloren – und beim fünften am Dienstag in Verden war es nicht anders. Haushoch mit 12:3 Toren ging das Spiel an die Gastgeber. „Das ist halt unsere Havelberger Bescheidenheit“, machte Bernd Poloski seinem Amtskollegen gegenüber deutlich. Das Spiel sei eines von drei unvergesslichen Erlebnissen am diesjährigen 3. Oktober für ihn gewesen. „An erster Stelle dabei steht die große, große Gastfreundschaft auch nach 27 Jahren noch. Und an zweiter Stelle das tolle Orgelkonzert im Dom mit Kirchenkreismusikdirektor Tillmann Benfer.“

Gegeneinladung für 2018

Überhaupt war es für alle Teilnehmer ein wunderschöner Aufenthaltstag mit einem tollen Programm. „Einen Dank dafür an die Kollegen der Verwaltung in Verden, die das mit viel, viel Liebe vorbereitet haben.“

Für 2018 sprach Poloski zum Abschied aus Verden die mittlerweile obligatorische Einladung zum Gegenbesuch am 3. Oktober nach Havelberg aus.