Wust/Zotzenbach l Flankiert von zwei Kleinbussen war das einstige Wuster Einsatzfahrzeug, ein Löschfahrzeug (LF) 8, im hessischen Zotzenbach eingerollt. Die Zotzenbacher hatten das Fahrzeug, ein Magirus-Faun aus dem Baujahr 1969, den Wustern im Jahre 1990 geschenkt. Acht Jahre verrichtete es in Wust treu seine Dienste.

Auch die Fahrt in die „alte Heimat“ – immerhin über 600 Kilometer – erfolgte ohne einen Defekt. Der 64-PS-Dieselmotor der alten Dame schafft allerdings nicht mehr als 70 Stundenkilometer, weshalb bei der Anreise ein Zwischenstop in Behringen bei Eisenach eingelegt wurde. Hier war nach der Flut 2013 bei einem Vereinsfest Geld für die Wuster Schule gesammelt worden. Eigentlich wollten die Wuster in ihren Kleinbussen schlafen, durften aber das Gerätehaus nutzen. Bei einem Kameradschaftsabend wurden neue Freundschaften geschlossen.

Ungläubiges Kopfschütteln

Die zweite Etappe führte bis Gelnhausen. Nach drei Tagen rollten die Wuster dann in Zotzenbach ein, wo es angesichts des angereisten Oldtimers ungläubiges Kopfschütteln und natürlich allerhand Wiedersehensfreude gab.

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Der stellvertretende Wehrleiter Torsten Reumann berichtet über die Anfänge der Partnerschaft mit Zotzenbach: „Die Freundschaft besteht bereits seit den 1970-er Jahren über die Kirchengemeinden, damals wurde auch für den Wiederaufbau unserer Kirche gespendet.“ Nach der Wende erhielt die Wuster Wehr dann das LF 8 als Einsatzfahrzeug geschenkt. Einige Kontakte aus dieser Zeit wurden bis jetzt gepflegt. „Mittlerweile haben wir dieses historische Fahrzeug über den Förderverein gekauft und fahrbar gehalten,“ berichtete Torsten Reumann weiter.

Tolle Truppe zu Besuch

„Diesen Anlass hatten wir genutzt und die Kameraden im Juni 2016 zu unserem 125-jährigen Bestehen eingeladen,“ ergänzte Fördervereinsvorsitzender Gordon Fabian. Eine tolle und junge Truppe habe sie damals besucht und mit einem Odenwälder Abend mit Handkäs und Ebbelwoi überrascht. „Und als wir die leuchtenden Augen beim Anblick ,ihres‘ Fahrzeuges gesehen haben, war uns klar: Beim Besuch dort bringen wir dieses mit!“

Die Wuster hielten Wort und bereiteten den Oldtimer auf die Ausfahrt vor. Über Monate wurde das Fahrzeug geputzt und gewienert. Die Kosten für den Diesel übernahm der Förderverein.

Feuerwehr genießt in Hessen hohen Stellenwert

Die Jubiläumsfeier in Zotzenbach war eine sehr gelungene, berichteten die Wuster im Nachhinein. „Gäste und Redner haben gezeigt, dass das Thema Feuerwehr in dieser Region einen sehr hohen Stellenwert genießt“, meinte der Wuster Ortswehrleiter Steffen Gottschalk. Es gab eine Oldtimer-Ausstellung und Gaudiwettkämpfe. Höhepunkt der 125-Jahr-Feier war der große Zapfenstreich, eine der höchsten Ehrungen innerhalb der Feuerwehr. Die Wuster organisierten für die Gastgeber einen Altmärkischen Abend mit Kuhschwanzbier, Baumkuchen, Nährstangen und dem typischen „Traktoren-Öl“.

Auch die insgesamt elf Stunden währende Rückfahrt – sie wurde in einem Stück mit Fahrerwechsel bewerkstelligt – bewältigte der Oldtimer ohne Probleme.

Die Freundschaft zu den Zotzenbachern wird Bestand haben. Vereinbart wurde ein baldiges Wiedersehen – vielleicht schon bei der Einweihung des Wuster Gerätehauses.