Havelberg l Donnerstagabend an der Fähre Räbel am östlichen Ufer der Elbe: Ein Mann stürzt im Bereich des Fähranlegers mit dem Kopf auf die Betonplatten und verletzt sich schwer. Aufgrund der Schädelverletzung setzen Atmung und Kreislauf aus. Zwei 17-jährige Pferdemarktbesucher, die von Havelberg aus gerade mit der Fähre den Heimweg antreten wollen, sind sofort zur Stelle und übernehmen die Reanimation. „Sie haben den älteren Herrn solange beatmet und die Herzdruckmassage vorgenommen, bis unsere Einsatzkräfte vor Ort waren“, sagt Friedhelm Cario, Leiter der DRK-Kreisbereitschaft, die den Sanitätsdienst auf dem Pferdemarkt absichert.

„Eine solche Hilfsbereitschaft ist eine Herausforderung für Ersthelfer, das ist nicht unbedingt üblich“, spricht er aus Erfahrung. Und auch Dr. Stefan Niebisch weiß, dass eine solche Hilfe nicht häufig vorkommt. Beide sind des Lobes voll für die jungen Männer, denen das DRK gern auch persönlich Dankeschön sagen würde. „Wären sie nicht gewesen, hätte das schwerwiegende Folgen für den Verletzten gehabt.“ Allerdings ist nicht bekannt, wer sie sind. Denn die beiden Lebensretter sind nach Hause gefahren, nachdem Rettungskräfte übernahmen. Sie werden deshalb gebeten, sich in der Kreisgeschäftsstelle unter 03931/646 50 zu melden.

Auf diesen Einsatz blickend, spricht Friedhelm Cario von einer lehrbuchmäßigen Abfolge. Obwohl der Fähranleger nicht mehr zum Festgelände gehört, hat die Leitstelle richtigerweise zuerst das DRK dort informiert, denn die Retter sind am dichtesten dran. Als nächste kam die Rettung von den Johannitern aus der Stadt zum Einsatzort. Für den Intensivtransporthubschraubers aus Berlin sorgten Polizei und Feuerwehr für die Einrichtung des Notlandeplatzes inklusive Beleuchtung auf dem Sportplatz.