Havelberg l Der Havelberger Marktplatz bestimmte am Mittwochabend die Diskussion im Ausschuss für Ordnung, Umwelt und Tourismus und im Bau- und Wirtschaftsausschuss der Hansestadt Havelberg. Beide Ausschüsse hatten im Rathaussaal zunächst gemeinsam getagt. Die Mitglieder wollten sich austauschen über die „künftige Gestaltung des Marktplatzes“, wie es zu Beginn hieß. Amtsleiterin Petra Jonschkowski hatte, um die Diskussion darüber anzuheizen, sogar dieses Thema bereits betreffende Unterlagen aus der Vergangenheit herausgesucht: einen Vorschlag im Rahmen des Denkmalschutzes von 1997 und einen von Landschaftsarchitektin Daniela Süßmann – die Gewinnerin des Wettbewerbes, den die Stadt mit dem Titel „Grünkorridore Stadtinsel Havelberg zur Buga 2015“ ausgelobt hatte.

Es sieht aus wie ein Schutzwall

Allerdings ging es dem Bauausschuss, der das Thema Marktplatzgestaltung auf die Tagesordnung gebracht hatte, nicht darum, den Marktplatz in Havelberg völlig neu zu gestalten. „Die enge Anordnung der großen und der kleinen Blumentöpfe beziehungsweise -kästen vor dem Rathaus sieht aus wie ein Schutzwall vor diesem“, beschrieb Uwe Klemm das, was er als gestalterisches Problem ansieht. Zumal die kleinen Bäumchen als Anpflanzungen darauf auch immer größer werden. Rein ästhetisch gesehen würden die alten braunen Kästen – Kunststoff- und Holzemitate – im Verhältnis auch nicht zu den großen Töpfen passen, stimmte Daniela Süßmann, die berufene Bürgerin im Ausschuss ist, ihm zu.

Wirkt anstößig auf die Besucher

„Das Anliegen muss es sein, den ,Schutzwall‘ zu entflechten, denn so, wie es jetzt aussieht, wirkt es recht anstößig auf die Besucher der Stadt“, warf Lothar Frontzek in die Diskussion. „Die hohen Töpfe und die wachsenden Bäume wirken wie eine Mauer, wie eine Wand“, fand auch Frank Ermer. Die Leute auf dem Marktplatz würden sich in einem flachen, grünen Bereich auf dem Markt wohler fühlen, regte er an. Seiner Meinung nach sollten aus diesem Grund die flachen Kästen stehen bleiben und für die großen Töpfe andere Lösungen gefunden werden. Aber von anderen Mitgliedern gab es auch ein Für für die großen Töpfe und gegen die kleinen alten Pflanzkästen.

Mal was ausprobieren

Zu einem echten Ergebnis kam die Diskussion am Mittwochabend nicht. Aber vielleicht wird ja der Vorschlag von Sven Hetke, unterstützt von Daniela Süßmann, aufgegriffen. „Das sind alles mobile Pflanzkästen. Die sind in einer Stunde umgestellt. Da kann man schnell mal was ausprobieren, Fotos davon machen und anhand dieser dann später über verschiedene Möglichkeiten sprechen“, regte er an.

Noch mal Gedanken machen

Bauausschuss-Vorsitzender Uwe Klemm beendete nach einer ganzen Weile schließlich die Diskussion zu diesem Thema. „Jedes Mitglied aus den beiden Ausschüssen sollte sich zur Umgestaltung des Marktplatzes, was ausschließlich die großen und kleinen Blumen­kübel betrifft, bis zur nächsten Sitzung noch einmal Gedanken machen und diese zu Papier bringen.“