Im ersten Bauabschnitt 465 000 Euro investiert

Die KMG Kliniken haben den ersten Bauabschnitt des neuen Seniorenheims am Dom in Havelberg vollendet. 30 Heimplätze sind entstanden. Die Kosten liegen bei rund 465 000 Euro. In einem zweiten Bauabschnitt sind weitere 30 Plätze geplant. Insgesamt beträgt die Investitionssumme dann 930 000 Euro.

Nach der Schließung des Krankenhauses in der Hansestadt zum 1. September ist das Seniorenheim Teil des Gesundheitszentrums, das die KMG am Standort Havelberg weiterhin betreiben will. Zudem gibt es das Medizinische Versorgungszentrum MVZ mit derzeit ambulanten Sprechstunden in der Chirurgie. Die Stelle für einen Orthopäden soll neu besetzt werden.

Für Patienten und Besucher fährt ein KMG Shuttle-Bus zum Krankenhaus in Kyritz.

Havelberg l „Wir haben hier sehr schöne Arbeits- und Wohnbedingungen, die Zimmer für die Senioren sind größer als von der Heimmindestbauverordnung vorgegeben. Die Heimaufsicht war begeistert von den breiten Fluren und Zimmertüren und den elektrischen Türen in den Fluren“, berichtet Janet Preis bei einem Rundgang durch das erste und zweite Obergeschoss des einstigen Krankenhauses in Havelberg. Sie gehört der Geschäftsführung der KMG Pflegeeinrichtungen an und übernimmt zunächst die Heimleitung.

Die Patientenzimmer sind neu eingerichtet mit Betten, Regalen und Schränken. Alles ist frisch gemalert. Das neue „KMG Seniorenheim am Dom“ profitiert von dem Umbau des Krankenhauses, der 2016 abgeschlossen war. Die Bäder sind groß und somit altersgerecht eingerichtet. Jedes Zimmer ist bereits mit Fernseher ausgestattet. Ein Fahrstuhl ist vorhanden, es gibt eine Schwesternrufanlage.

Einzel- und Doppelzimmer

In der ersten Ausbaustufe, für die KMG 465.000 Euro investiert hat, sind 30 Heimplätze entstanden – in sechs Doppel- und 18 Einzelzimmern. Doppelzimmer sind nicht nur von Ehepaaren gefragt, weiß Janet Preis aus langjähriger Erfahrung. Manchmal ziehen auch Mutter und Tochter ins Seniorenheim oder zwei gute Freundinnen. Die Zimmer sind mit modernen Niederflurbetten ausgestattet, an denen für sturzgefährdete Senioren dreigeteilte Gitter hochgezogen werden können. Sie haben Evakuierungsmatratzen, die es möglich machen, den Bewohner samt seiner Matratze aus dem Bett zu heben und ihn im Notfall sogar über Treppenstufen nach draußen zu bringen.

Bilder

Noch fehlen Bilder an den Wänden, Dekorationen und Blumen. Die KMG Kliniken warten noch auf die Zustimmung der Sozialagentur, ansonsten sind alle wesentlichen Abnahmen erfolgt, so KMG-Sprecher Franz Christian Meier. Diese Genehmigung durchlaufe verschiedene Instanzen. Wann genau die Eröffnung ist, steht noch nicht fest, „Wenn die Bewohner eingezogen sind, bringen sie ihre persönlichen Sachen mit und es wird noch wohnlicher“, ist Janet Preis überzeugt.

Die meisten Zimmer befinden sich im zweiten Obergeschoss. Im ersten gibt es weitere und das Ess- und das Wohnzimmer für die Senioren. Die Mahlzeiten können in Gesellschaft eingenommen werden. In einer kleinen Küche besteht die Möglichkeit, zum Beispiel Kuchen zu backen. Für die beiden Gemeinschaftsräume wurde die ehemalige Intensivstation komplett umgebaut. Das Wohnzimmer bietet auch Platz für Beschäftigungen und Reha-Sport. Entstanden ist zudem ein Pflegebad. Weitere Räume sind für die Pflege- und Betreuungskräfte und für die Ergotherapie vorbereitet.

Je nach Pflegegrad der Bewohner rechnet Janet Preis mit neun bis zwölf Vollzeitkräften im Pflegebereich. Mit allen erforderlichen Mitarbeitern, um solch ein Haus zu betreiben, werden es 20 bis 25 Beschäftigte sein. Um Personal zu gewinnen, stellt KMG eine Prämie von 5000 Euro pro voll ausgebildeter Pflegekraft in Aussicht. „Das ist heute ganz normal“, weiß Janet Preis um das Ringen um Fachpersonal. Obwohl das in Sachsen-Anhalt noch nicht so schlimm sei wie andernorts.

Bedarf an Heimplätzen

Nachfragen von Senioren gibt es. Janet Preis sieht Bedarf an Heimplätzen, auch wenn in Havelberg bereits zwei Seniorenheime bestehen. „Es gibt Akutfälle, etwa wenn Menschen nach einem Sturz zum Pflegefall geworden sind. Dann kann man als Heim innerhalb kürzester Zeit sieben Anfragen auf einen Heimplatz haben. Das hatten wir gerade in Bad Wilsnack“, erzählt die Stellvertreterin der Geschäftsführung, die als Verantwortliche für das operative Geschäft die Heime in Bad Wilsnack und Tangermünde betreut.

Wann der geplante zweite Bauabschnitt für weitere 30 Plätze folgen soll, steht noch nicht fest. Die Einrichtung soll ein klassisches Pflegeheim sein, ohne eine spezielle Ausrichtung etwa nur für Demenz- oder Parkinson-Erkrankte..

Im Außenbereich soll der Hof mit Sitzgelegenheiten und Blumenkübeln gestaltet werden. Gebäude sollen nicht abgerissen werden. Die Lage am Dom findet Janet Preis sehr gut. Ältere Menschen wollen Bewegung auf Straßen und Plätzen sehen.