Havelberg l Bis auf den letzten Platz war der Paradiessaal am Dom zum vorweihnachtlichen Plattdeutschnachmittag des Havelberger Heimatvereins gefüllt. Unter den vielen Gästen waren auch zahlreiche Besucher aus der benachbarten Prignitz. Mit dem Weihnachtslied „Sünd de Lichter nu anzündet“ eröffnete die plattdeutsche Singegruppe unter der Leitung von Margarete Bartels den letzten Plattnachmittag im Buga-Jahr 2015.

Die Leiterin der Havelberger Plattsnacker und Moderatorin Heide Schumann begrüßte die Gäste aus nah und fern und besonders die Plattfreunde aus Kyritz, Großderschau und Quitzöbel, zu denen die Gruppe einen engen Kontakt pflegt.

Dankeschön an viele fleißige Helfer

„Viele fleißige Helfer, wie etwa das Team um Küster Andreas Engel und die Singegruppe, haben dafür gesorgt, dass der Paradiessaal so weihnachtlich schön geschmückt ist. Vielen Dank dafür. Dank auch all den Kuchenspendern und Bäckern sowie den Frauen am Kuchenbuffet und denen, die wieder zum Gelingen unserer Veranstaltung beitragen“, so Heide Schumann.

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Sie kündete die „Plattsnackerkinnings“ der Sandauer Grundschule an, die unter der Leitung von Bärbel Harmel das Platt erlernen. Für seinen Auftritt erntete der Nachwuchs viel Applaus und wurde mit kleinen Weihnachtsgeschenken und den aufmunternden Worten „Macht weiter so!“ verabschiedet. Ähnlich erging es den Havelberger Schülern aus der Sekundarschule, die unter der Obhut von Elke Joachim stehen. Sie präsentierten den Zuhörern das Märchen vom Aschenputtel in einer modernen, aber platten Version. Renate Thiemann, die die organisatorische Leitung der Plattsnacker innehat, überreichte auch ihnen Präsente.

Der Chor erfreute mit weihnachtlichem Gesang die Anwesenden. Darunter wieder Lieder, zu denen die Leiterin Margarete Bartels die Melodien und die zweite Stimme geschrieben hat. „Unsere Lieder künden von der stillen Zeit und stimmen so sachte auf die Weihnachtszeit ein. Wir haben heute mit ,Dat is de stille Tiet in’t Joahr, immer wenn dat Wiehnacht ward‘ und ,Wiehnacht kümmt bald‘ zwei Premieren dabei, die in hochdeutschen Texten vorlagen und die ich dann ,platt‘ gemacht habe“, verriet Heide Schumann. Das zweite Lied ist von Franz Fischer aus Premnitz, der auch einige Buga-Lieder geschrieben hatte und jetzt beim Plattnachmittag in Havelberg dabei war.

Die Nitzowerin Rotraut Stock, Christa Grähn – die 90-jährige kommt aus Großderschau, Helga Klein, die dort den Heimatverein vorsteht, die Kyritzerin Annemarie Ostermeier und der Havelberger Nis Clason begeisterten die Gäste im Paradiessaal mit ihren plattdeutschen Beiträgen.

Am 30. Januar nächster Treff

Es wurde viel gelacht und bei den Weihnachtsliedern, soweit sie bekannt waren, mitgesungen. Die Wünsche zum Fest kamen dann zum Schluss des gelungenen Programmes. „Frohe Wiehnacht un een glücklichet Joahr 2016 richten wir an alle Freunde der plattdeutschen Sprache. Besonders an die, die aus gesundheitlichen Gründen heute nicht dabei sein können, so wie Dr. Hans-Jürgen Nisch, Käthe Lörzer, Renate Krause, Hildegard Lehmann und Wolfgang Raake“, verabschiedete Heide Schumann sich im Namen aller Darsteller.

Der erste plattdeutsche Nachmittag im neuen Jahr ist für den 30. Januar in der Havelberger Kegelhalle geplant.