Havelberg l Sammeln, bewahren, erforschen und ausstellen/vermitteln gehört zu den Aufgaben eines Museums. Im Prignitz-Museum Havelberg haben die Mitarbeiter und auch der Verein „Freunde und Förderer des Prignitz-Museums“ wieder dazu beigetragen, dass die Sammlung erweitert und Exponate restauriert werden konnten. Wie berichtet, haben die Mitarbeiter viel hinter den Kulissen getan und zum Beispiel die Sammlung der Ur- und Frühgeschichte im Depot in einem neuen Raum eingeordnet. Zu Restaurierungen im Rahmen der Bestandsarbeit berichtet der Leiter der Museen des Landkreises Stendal Frank Hoche, dass ein Epitaph und eine Schützenscheibe fachgerecht aufgearbeitet worden sind.

„Wir bekommen bei den Restaurierungen stets Unterstützung vom Förderverein, der sich nicht nur mit seiner Weihnachtsspendenaktion einem bestimmten Objekt widmet, sondern auch sonst finanziell unterstützt. Auch bei Ankäufen bekommen wir Hilfe. Dafür sind wir sehr dankbar“, so der Museumschef. Zwei Landschaftsbilder, eine Stadtansicht und ein Mühlenbild wurden restauriert. „Bei den Ankäufen freuen wir uns zum Beispiel über ein Familienalbum von einer Havelberger Familie, das 1911 angelegt worden ist. Es enthält neben Familienfotos auch Ansichts-, Glückwunsch- und Grußkarten. Insgesamt sind es 485 Stück.“

Weitere Neuzugänge in der Sammlung des Prignitz-Museums aus dem vergangenen Jahr sind Textilien wie zum Beispiel ein Kinderkleid und eine Corsage, eine Wartebank aus dem Havelberger Amtsgericht von 1930 und Kinderspielzeug aus früheren Zeiten.

Bilder

Mit Geldern aus der Weihnachtsspendenaktion 2015 wurde der „Schatzkasten der Stadtkirche“ im vergangenen Jahr restauriert. Die rund 400 Jahre alte schmiedeeiserne Truhe stand über Jahrhunderte in der Sakristei und diente der sicheren Aufbewahrung von Geld und Dokumenten der Pfarrgemeinde St. Laurentius. Da es dort feucht und kalt war, war vor allem der Boden stark verrostet und zeigte Löcher. Aber auch an anderen Stellen zeigte sich Rost. Nun kann die Truhe im Eingangsbereich des Museums im neuen alten Glanz bewundert werden und dient als Spendentruhe.

Die aktuelle Spendenaktion ist für zwei Klingelbeutel, die ebenfalls aus der Stadtkirche stammen, gedacht. Sie sind 370 Jahre alt, bestehen aus Samt und sind innen mit Leder ausgekleidet. Ein Ring aus Messing mit einem Metalleinwurf hält sie offen. Kleine Glöckchen verliehen der Aufforderung zur Kollekte hörbar Ausdruck und gaben den Beuteln ihren Namen.

Mehr dazu und zum Museum insgesamt gibt es im Internet unter www.prignitz-museum.de