Havelberg l „Die Geschichte der Brandenburger Ziegelindustrie im 19. Jahrhundert“ ist die Sonderausstellung überschrieben, die am Sonnabend, 3. März, um 15 Uhr im Havelberger Prignitz-Museum eröffnet wird. Ziegeleien spielten über Jahrhunderte auch in Havelberg und im Elb-Havel-Winkel eine große Rolle. Im 19. Jahrhundert hatte in den Orten entlang der Havel und Elbe beinahe jedes Dorf eine Ziegelei. Fast jeder vierte Landbewohner arbeitete in Ziegeleien oder war mit dem Transport der Steine in der Schifffahrt beschäftigt. Der Verein der Freunde der Ziegeleigeschichte der Mark Brandenburg unter Vorsitz von Sven Kornisch  hat 32 Schautafeln vorbereitet, die diesen wichtigen Industriezweig des 19. Jahrhunderts widerspiegeln. Der Blick geht auch ins 20. Jahrhundert und in die Jetztzeit mit einem tonverarbeitenden Betrieb. Informiert wird auch über Krankheiten der Ziegler und Kinderarbeit in Ziegeleien.

Ergänzt werden die Tafeln durch Exponate aus der Sammlung von Sven Kornisch sowie aus den Beständen der Museen in Genthin, Rathenow und Havelberg. Museumsleiterin Antje Reichel zeigt zum Beispiel eine Abtragekappe, mit der Ziegel auf dem Kopf transportiert wurden. Sie stammt aus dem Genthiner Museum. Zu sehen sein werden auch diverse Ziegel aus verschiedenen Jahrhunderten mit Prägungen und Abdrücken etwa von Händen oder Tieren oder als Grabplatte. Auch ein Prägestempel aus Rathenow wird gezeigt. Ein seltenes Exemplar, denn von diesen gibt es in Deutschland nur noch vier Stück, berichtet Sven Kornisch.

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