Havelberg l „Schrödingers Katze“ war am Montagabend das Thema einer Lesung in der Havelberger Old School. Mit der Veranstaltung wurde gleichzeitig der Bibliotheksraum und ein in ihm bisher leer stehendes neues Regal eingeweiht. „Ziel ist es, dass jeder Autor, den wir zu einer Lesung in unserem Haus gewinnen können, mit einem Exemplar seines Werkes dazu beiträgt, dieses Regal zu füllen“, sagte Gastgeber Wolf Guenter Thiel zur Begrüßung. Natürlich zeigt sich die Bib­liothek in der Old School aber nicht vollends ohne Lesestoff. Ein zweites großes Buchregal ist bereits gut gefüllt.

Ins Deutsche übersetzt

Mit der Veranstaltung am Montag wurde an der Old School die Projektreihe „A Table“ fortgesetzt, die die Kulturstiftung des Bundes und der Bildungsverbund Handwerk unterstützen. Die aus Bulga­rien stammende Autorin Milena Nikolova stellte dabei ihr Buch „SchrödingER’s Cat – Real-time Subatomic Love Story“ vor. Es ist in englischer Sprache verfasst. Auf Wunsch des Pub­likums las sie aber nicht auf Englisch, sondern vier Kapitel, die sie bereits ins Deutsche übersetzt hatte.

Lebendig als auch tot

Schrödingers Katze ist eine der exzentrischsten Protagonisten der Quantenmechanik, philosophiert laut und lyrisch über ihren schizophrenen Zustand. Eingesperrt in einer Kiste zusammen mit einem todbringenden Mechanismus, der beim Zerfall eines radioaktiven Kerns ausgelöst werden könnte, befindet sich die Katze in einem überlagerten, unentscheidbaren Zustand: Sie ist sowohl lebendig als auch tot. In dieser paradoxen, ausweglosen Situation beginnt die Katze, sich selbst auf verschiedenen Ebenen zu analysieren.

Bilder

Zum allerersten Mal in Havelberg fand Milena Nikolova gleich Gefallen an der Stadt. „Hier muss ich auch mit meinen Kindern mal her kommen.“