Schönhausen l Das Vorjahr lief nicht gut für die Rassegeflügelzüchter, denn die grassierende Vogelgrippe forderte ihren Tribut: Nicht nur, dass die eingesperrten Tiere sich weniger gut vermehrten, einige ältere Züchter hörten aufgrund dessen mit ihrem Hobby auf. Mit ihnen verschwanden manche Rassen- und Farbenschläge auf Nimmerwiedersehen, erklärte Kurt Stenzel, Vorsitzender des Kreisverbandes der Rassegeflügelzüchter, auf der Jahresversammlung in Schönhausen.

Aktuell sind im Kreisverband 14 Vereine vertreten – noch. Einige wie Sandau und Schollene – sie fehlten auf der Sitzung übrigens einmal mehr, kritisierte der Vorsitzende – bestehen nur noch aus wenigen Zuchtfreunden.

Für das Vorjahr wurden 23 Jungzüchter und 277 Senioren gemeldet, für dieses Jahr 22 Jungzüchter und 259 Senioren. Diese Angaben können so nicht stimmen, meinte Kurt Stenzel, denn einige Vereine meldeten zu spät beziehungsweise gar nicht. Demnach müssten es etliche Senioren weniger sein. „Es ist jedes Jahr dasselbe, es ist, als redet man gegen eine Wand“, kritisierte der Vorsitzende den laxen Umgang mit der Statistik, welche bis zum 15. Dezember abgegeben werden müsste. Bei Bismark und Goldbeck ist zudem unklar, wer den Verein aktuell leitet.

Fähige Leute für den Vorstand

„Wenn die Vereine mit dem Kreisvorstand nicht zufrieden sind, so sollen sie fähige Leute dafür abstellen – wir würden uns sehr freuen“, nahm Kurt Stenzel auch hier kein Blatt vor den Mund.

Die Jahresversammlung 2017 hatte vor Jahresfrist in Werben stattgefunden, Kreismeister konnten damals wegen der Vogelgrippe leider nicht geehrt werden. Und auch damals fehlten Sandau, Schollene und Seehausen. Der Goldbecker Zuchtverein feierte am 1. Juli sein 50-jähriges Bestehen. Die Herbstversammlung wurde am 13. September in Bismark abgehalten – ohne Goldbeck, Sandau und Seehausen; Lückstedt und Schollene hatten sich wenigstens entschuldigt.

Rassegeflügelausstellungen fanden in Arneburg, Osterburg, Werben und Schönhausen statt – letztere auch mit Rassekaninchen. Die 22. Kreisausstellung fand in Groß Schwarzlosen statt und die 52. Altmarkausstellung in Goldbeck. Die Ausstellung in Bismark musste wegen der Bauarbeiten dort abgesagt werden.

Von den Mitgliedern des Kreisverbandes wurden die Ausstellungen gut beschickt, für Groß Schwarzlosen und Goldbeck hätte man sich mehr Tiere gewünscht – für eine Kreisschau waren 446 gemeldete Tiere schlicht zu wenig. „Sollen wir in Zukunft keine Kreisschau mehr durchführent?“ fragte Kurt Stenzel. Über Rückmeldungen aus den Vereinen würde er sich freuen.

Altmarkschau in Salzwedel

Insgesamt wurden auf den sechs Schauen 2105 Tiere präsentiert, davon 147 von Jungzüchtern. Gezeigt wurden eine Voliere und vier Stämme sowie 147 Stücken Groß- und Wassergeflügel, 358 Hühner, 556 Zwerghühner und 1024 Tauben. Ob diese Zahlen auch in Zukunft erreicht werden und ob es weiterhin sechs Ausstellungen im Kreis geben wird, ist derzeit noch unklar. Klar ist allerdings, dass sich die Zuarbeit aus den Vereinen auf allen Ebenen schleunigst verbessern muss. Ansonsten könnte die Motivation des Vorstandes und besonders seine gegen Null tendieren, mahnte Kurt Stenzel die Versammelten zum Abschluss seines Berichts.

Die diesjährige Altmarkschau wird in Salzwedel stattfinden, die Kreisschau ist im Dezember in Goldbeck geplant. Am Totensonntag ist die Ausstellung in Groß Schwarzlosen, die in Arneburg findet traditionell zum Gänselieselfest im Oktober statt. Unklar ist hingegen die Zukunft der Schau in Osterburg – die Musikhalle wurde verkauft.