Sandau l Die neu eingeführte doppische Haushaltsführung brachte es an den Tag: Die Stadt bezuschusste ihren Friedhof mit etwas über 7000 Euro. Der Stadtrat stellte im Zuge der Haushaltskonsolidierung alle Ausgabenposten auf den Prüfstand und beauftragte die Verwaltung der Verbandsgemeinde zu Jahresbeginn, das auch für den Friedhof zu erledigen.

Auf der Ratssitzung am Donnerstag befasste man sich mit dem im Hauptamt erarbeiteten mehrseitigen Zahlenwerk, dessen Leiter Martin Schröder gab Erläuterungen. Es war sehr mühselig gewesen, alle Grabarten und Ausgabeposten zu erfassen, berichtete der Amtsleiter. Das Besondere an dem Friedhof: Das Areal ist riesig, eine große Fläche wird in absehbarer Zeit gar nicht genutzt und fällt so aus der Bewirtschaftung raus.

Von den 8637 Euro an Gesamtkosten entfallen allein 2800 Euro auf die Pflege der Grünanlagen sowie 4300 auf die Grabnutzung und -unterhaltung. Die Anzahl der Bestattungen in den Jahren 2012 bis 2016 schwankte stark: Sie reicht von sieben Bestattungen in 2014 bis zu 19 im Vorjahr. Aktuell geht der Trend zu Urnenbestattungen, was sich aber in einigen Jahren wieder ändern kann. Deshalb sollte eine Gebührensatzung alle drei Jahre auf den Prüfstand.

Die Verwaltung sollte im Zuge der Überprüfung zugleich Vorschläge für eine kostendeckende Bewirtschaftung des Friedhofes erarbeiten. Folgende Vorschläge wurden dem Stadtrat unterbreitet: 360 Euro für Erdreihen- und Wahlgräber (mit jeweils 20 jähriger Liegezeit), 60 Euro für ein Urnenwahl- oder Reihengrab sowie 140 Euro für ein Kindergrab. Ein Urnengemeinschaftsgrab könnte demnach 250 Euro kosten, die Nutzung der Trauerhalle 30 Euro.

Warum 20 Jahre Liegezeit?

Zum Vergleich die aktuellen Gebühren: Ein Reihengrab kostet 200 Euro, ein Urnenwahlgrab mit bis zu vier Urnen 250 Euro, ein einstelliges Wahlgrab 250 Euro und ein zweistelliges 400 Euro. Ein mehrstelliges Wahlgrab kostet in Sandau 500 Euro, laut Vorschlag der Verwaltung läge der kostendeckende Preis bei 1080 Euro.

Wolfgang Hellwig lobte die Fleißarbeit des Amtes, warum aber habe man in Sandau nur eine Liegezeit von 20 Jahren, wo es auf Friedhöfen ringsum 25 Jahre seien. Bei längeren Zeiten fallen auch höhere Kosten an, gab der Amtsleiter zu bedenken, doch kann jede Gemeinde dies selbst festlegen. Silvio Wulfänger bemängelte, dass die Gebühren für anonyme und halbanonyme Begräbnisse gleich seien. Deren Pflegeaufwand sei ja auch gleich, bekam er zur Antwort.

Silvio Wulfänger wollte zudem wissen, ob die Sanierung der Friedhofsmauer, welche in den kommenden Jahren geplant ist, mit in die Kosten eingerechnet wurde. Das sei nicht der Fall, da das Programm nur die in der Vergangenheit anfallenden Kosten berücksichtigt, nur diese seien „gerichtsfest“, antwortete Martin Schröder. Die Sanierungskosten würden dann bei der neuen Kalkulation in drei Jahren mit einbezogen.

Der Rat werde nun die Gebühren erarbeiten, sagte Bürgermeister Henry Wagner.