Schönhausen l Seit seiner Gründung vor 27 Jahren hält der Reitverein „Fürst Bismarck“ in Schönhausen an einer schönen Tradition fest: dem Weihnachtsreiten. Für viele der etwa 110 Mitglieder bedeutet dies, dass sie sich öfter als üblich treffen, um sich auf das Programm vorzubereiten.

Das gilt auch für die Reiterinnen um Ilka Witte. Diese Gruppe mit dem geheimnisvollen Kürzel RKS trifft sich normalerweise einmal wöchentlich, in den letzten Wochen des Jahres wird die Mehrzweckhalle jedoch öfter aufgesucht. Denn die Quadrille muss einstudiert werden, mit welcher das Programm durch die Rotkäppchen-Sekt-Gruppe eröffnet wird. Das Kürzel benennt also das Lieblingsgetränk der Frauen. – Mit solchem wurden sie nach dem gelungenen Auftritt auch beschenkt, während ihre Rösser eine Schleife bekamen.

Großereignis ohne Sponsoren undenkbar

Vereinsvorsitzender – und seit diesem Jahr auch Bürgermeister – Jürgen Mund freute sich, wieder so viele Gäste in der Mehrzweckhalle begrüßen zu können. Denn neben dem großen Reit- und Springturnier im Juni ist das Weihnachtsreiten die zweite öffentliche Veranstaltung des Vereins. Ein großes Dankeschön ging an die immerhin 40 Helfer, welche beim Vorbereiten am Vorabend zugegen waren. Da war die Arbeit natürlich alsbald erledigt.

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Das Reit- und Springturnier wird auch 2020 wieder am dritten Juni-Wochenende stattfinden, kündigte Jürgen Mund an. Die Vorbereitungen laufen bereits. Er dankte neben den Helfern – darunter auch viele aus dem Ort – vor allem den Sponsoren, ohne welche ein solches Großereignis nicht zu stemmen wäre. Das Turnier sorgt neben Otto von Bismarck dafür, Schönhausen überregional noch bekannter zu machen.

Weihnachtsmann im Urlaub

Gleich zwei Premieren gab es in diesem Jahr beim Weihnachtsreiten. Im Sommer kam im Verein die Idee auf, doch auch mal die Kindertagesstätte einzubeziehen – was dort sofort auf ein positives Echo stieß. Die „Hasengruppe“, welche schon bei zwei anderen Weihnachtsfeiern ihr Programm vom „Weihnachtsmann im Urlaub“ aufgeführt hatte, zeigte das lustige Stück auch in der Halle: Der gute Alte war über die Forderungen gieriger Kinder empört und flog deshalb in den Urlaub auf Teneriffa. Natürlich ging am Ende alles noch mal gut aus. Jürgen Mund lud die kleinen Darsteller zum Dank zu einem Schnupperreiten im Sommer ein.

Die zweite Premiere war der Auftritt der beiden Eisköniginnen auf ihren „Einhörnern“, welche von Luise Nyenhuis traniert wurden. Die tollen Kostüme schneiderte die Tangermünderin Dörte Berndt.

Voltigiergruppe wieder dabei

Mit Spannung erwartet wurde zudem der Auftritt der von Andrea Lyhme geleiteten neuen Voltigiergruppe des Reitvereins. Bis vor einiger Zeit hatte eine solche Gruppe für die jüngsten Reiter schon mal existiert. Der Verein war hocherfreut, dass Andrea Lyhme diese Arbeit nun fortführt, informierte Jürgen Mund. Trainiert wird auch hier einmal die Woche, die Kinder lernen dabei, Vertrauen zum Pferd aufzubauen.

Für die Kinder war denn auch der letzte Programmpunkt gedacht, der Auftritt des Weihnachtsmannes. Zuvor jedoch zeigten Zoe Hachmeier und Vivien Braunschweig bei einem Pas de deux ihr reiterisches Können, den „Tanz zu zweit“ hatten sie mit Melanie Hachmeier einstudiert.

Einen Wermutstropfen gab es aber auch: Die Halle ist arg in die Jahre gekommen, eine Sanierung dringend nötig. Doch kann der Verein die 50 000 Euro allein nicht aufbringen.