Schönfeld/Mahlitz l Was hat der Hund wohl erlebt? Woher stammt er? Wie lange musste er ausharren, bevor er gefunden wurde? Diese Fragen werden wohl unbeantwortet bleiben. Gewiss ist nur eines: Er ist jetzt in guten Händen! Im Stendaler Tierheim kümmern sich die Mitarbeiter um den weißen Schäferhund-Labrador-Mischling. Ganz einfach ist das nicht. Denn „Robin“ – so wurde er getauft – ist stark verängstigt und lässt momentan noch niemanden an sich heran. Aber er frisst.

Polizist spendiert Stulle

Überaus verängstigt und deshalb auch aggressiv war er, als die Helfer am Sonntagabend an der Stelle antrafen, wo er angebunden war. Polizistobermeister Candy Stiller berichtet gegenüber der Volksstimme: Eine Schönfelderin hat uns geschildert, wo der Hund zu finden ist. Er war aus Richtung Landstraße Klietz–Mahlitz gesehen an der Kreuzung des Weges durch den Wald angebunden. Wir versuchten, Vertrauen zu ihm aufzubauen.“ Dafür opferte der Polizist sogar seine Stulle, die der Hund auch annahm und fraß. Eine weitere Annäherung war aber nicht möglich.

Der zu Hilfe gerufene Mitarbeiter des Tierheimes brauchte auch eine halbe Stunde und etliche Leckerlis, bis er „Robin“ vom Pfahl befreien konnte. „Er ist dann sogar neben mir hergelaufen und hat ,Platz!‘ gemacht“, berichtet Thomas Fredrich. Im Tierheim konnte er sich in der Box dann auch noch eine Weile neben den von seinem Besitzer nicht mehr gewollten Hund setzen.

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Vertrauen gewinnen

„Aber dieses zu dem Zeitpunkt gewonnene Vertrauen müssen wir uns wieder neu erarbeiten, weil Robin wirklich verängstigt ist und knurrt, sobald jemand den Raum betritt“, so die Mitarbeiter. Sie werden in den kommenden Tagen ihr ganzes Wissen und Können investieren, um den Mischling zutraulich zu machen. Bis er wieder vermittelt werden kann, wird es eine gewisse Zeit dauern. „Und dann hoffen wir sehr, ein sehr gutes Zuhause für ihn zu finden.“

Weil der Hund nicht gechipt ist und auch keine Steuermarke trägt, konnte man den Halter bislang nicht ermitteln. Unbekannt ist deshalb auch das Alter des Vierbeiners, „aber es ist ein junger Hund, der auch gut ernährt ist. Wenn er soweit ist, dass wir sein Gebiss ansehen können, lässt sich mehr zum Alter sagen.“

Thomas Fredrich, der stundenweise für das Tierheim arbeitet und den Bereitschaftsdienst am vergangenen Wochenende als Fahrer absichert hat, will „Robin“ so oft wie möglich besuchen. Ihm geht zu Herzen, dass das Tier so herzlos am Straßenrand ausgesetzt wurde.

Wer kennt den Hund?

Besser erging es einem kleinen schwarzen Havanesen, der am Wochenende von zu Hause in Strodehne ausgebüchst ist und auf der Straße umher lief. Er wurde ins Tierheim gebracht und sein Besitzer konnte ihn gestern früh glücklich in die Arme schließen.

Derzeit betreut das Tierheim in Stendal-Borstel rund 30 Hunde und 120 Katzen, dazu Meerschweinchen und Kaninchen.

Die Polizei versucht, den Besitzer von „Robin“ zu ermitteln. Wer sachdienliche Hinweise geben kann, melde sich bitte unter Tel 03931 / 6852 92.