Neues Gesangs-Duo

„Romyko“ singt sich durch die Krise

Auch wenn es ohne Auftritte still ist um die „Village Boys“, so dringt doch jeden Freitag Gesang und Gitarrenmusik aus dem Proberaum in Neuermark-Lübars.

Von Anke Schleusner-Reinfeldt
Romy Petersen und Heiko Kurze sitzen jeden Freitag im Proberaum. Dabei entstehen auch Videos, die Heiko Kurze bei Instagram und Youtube hochlädt ? reinhören lohnt sich!
Romy Petersen und Heiko Kurze sitzen jeden Freitag im Proberaum. Dabei entstehen auch Videos, die Heiko Kurze bei Instagram und Youtube hochlädt ? reinhören lohnt sich! Foto: Anke Schleusner-Reinfeldt

Neuermark-Lübars - Bandleader Heiko Kurze hat zusammen mit seiner Nachbarin Romy Petersen das Projekt „Romyko“ gegründet.

„Los, wir versuchen das mal!“ Als Heiko Kurze und Romy Petersen zusammen mit ihren Partnern im Frühling letzten Jahres allabendlich mit der Kerze in der Hand an der Dorfstraße stehen und wie viele andere auch im ersten Corona-Lockdown dem Glockenläuten zuhören, ahnen sie nicht, was aus dieser spontanen Idee wächst. Gut ein Jahr ist das nun her und „Romyko“ mausert sich zu einem Duo mit umfassenden Repertoire, das auf jeder Feier für Unterhaltung sorgt.

„Das ist gar keine Konkurrenz zu den Village Boys, sondern eine andere Schiene“, stellt Heiko Kurze klar. Er freut sich schon darauf, wieder mit den drei anderen auf der Bühne zu stehen und Party zu machen. „Noch ist es mit den Buchungen dürftig und hinter etlichen Veranstaltungen steht ein Fragezeichen. Feste, bei denen wir aufgespielt hätten, fallen auch dieses Jahr aus. Der Pferdemarkt und das Burgfest beispielsweise – das ist äußerst bedauerlich!“ Und ohne ein Ziel vor Augen proben die Village Boys auch noch nicht, zumal das bis vor kurzem auch gar nicht gestattet war.

Gestattet waren aber Treffen mit einer Person aus einem anderen Haushalt. Also war alles coronakonform, als sich Heiko Kurze und Romy Petersen vors Mikro setzten. „Wir wollten Musik machen. Einfach nur so, ohne anfangs überhaupt auch nur daran zu denken, auch mal öffentlich aufzutreten. Aber wir haben schnell gemerkt, wieviel Spaß es macht und wie gut unsere Stimmen harmonieren. Und dann hatten im Sommer die Corona-Lockerungen sogar einen Auftritt bei einer Familienfeier in zugelassen.“ Und zu Weihnachten erfreuen sich die Dorfbewohner beim Adventsspaziergang an Weihnachtsliedern unterm Tannenbaum am Dorfgemeinschaftshaus.

Romy Petersen erzählt, dass sie vor ihrer Ausbildung zur Krankenschwester in einer Genthiner Band gesungen hat. Danach musste es reichen, zu Hause vor sich hin zu singen.

Die gebürtige Neuermark-Lübarserin ist verheiratet und Mutter von Nicklas (20) und Mila (13) und arbeitet als Pflegedienstleiterin der Tagespflege beim Pflegedienst Wendt in Klietz. Gerade das zurückliegende Jahr forderte dem Pflegepersonal viel ab. Deshalb genießt sie die Zeit im Proberaum auch so sehr, „man denkt an nichts, nur noch an die Musik. Singen ist Freude, Ablenkung und Entspannung.“

Rund 50 Lieder haben Romyko bislang geprobt. Das Repertoire reicht von „Die immer lacht“ über „99 Luftballons“ und „Zombie“ bis zu ganz alten Beegees-Songs – alles von Schlager bis Rock. „Wir singen im Refrain zweistimmig und haben die Lieder so angepasst, dass wir sie nur mit Gitarre oder Halbplayback begleiten können.“

Heiko Kurze ist voller Vorfreude, dass es bald wieder losgeht. Als DJ hat er schon die ersten Termine für Familienfeste. Auch seine Gitarrenschüler können bald wieder zum Unterricht kommen. Und wenn die ersten großen Partytermine stehen, kehren die anderen Village Boys in den Proberaum zurück. Dann ist die Band mit den Projekten – Detlef Hopfe als Violinenspieler und Romyko – noch breiter aufgestellt. Und es wird auch einen eigenen Song von Romyko geben, an dem die beiden gerade feilen. Wer reinhören will, kann das bei YouTube oder Instagram unter Village Boys Partyband.