Havelberg l Einen schöneren Abschluss für das schwimmende Wandertheater hätte es wahrlich nicht geben können! Vor gut vier Monaten hatte die „Traumschüff“-Saison in Havelberg begonnen, nun endete sie hier auch. Wie bereits in den beiden Vorjahren. Vor über 70 Zuschauern, darunter ein ganzer Teil von auswärts angereist, stand, erstmals für die Domstadt, das Stück „Hinter den Fenstern“ – aufgeführt von Nicole Weißbrodt, Jördis Trauer und David Schellenberg – auf dem Spielplan. Zur Vorstellung besonders herzlich willkommen geheißen wurden Menschen mit Behinderung, für die unter anderem eine Schrift- und Gebärdensprachdolmetschung sowie eine Audiodeskription zur Verfügung stand. Und natürlich ein ebenerdiger Zugang zu den Zuschauerreihen.

Dank an Kiebitzberg-Werft

Die „Traumschüff“-Besatzung nutzte zudem die Gelegenheit, sich in ihrem „Heimathafen“ bei den Mitarbeitern der Kiebitzberg-Werft zu bedanken, die ihnen immer behilflich sind. Vor allem auch am schwimmenden Wassertheater selbst, das auf der Werft gebaut worden ist.

Buchstation vorgestellt

Im Anschluss an „Hinter den Fenstern“ fand eine Podiumsdiskussion zum Thema „Wem gehören Kunst und Kultur? Oder: Perspektiven kultureller Teilhabe im ländlichen Raum“ statt. Gesprächspartner dabei waren der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Jürgen Dusel; Dirk Sorge von Berlinklusion, Reinhard Krökel von der Initiative LuK e.V., Tillman Lohse vom Kulturprojekt Stadtinsel Havelberg und die „Traumschüff“-Autorin, Nikola Schmidt. Der Havelberger stellte den Zuhörern dabei unter anderem die Buchstation des Kulturprojektes vor. Diese werde von Besuchern recht gut angenommen, schätzte er ein. Die Immobilie sei allerdings sehr renovierungsbedürftig. Und im Winter kühle die Buchstation sehr schnell aus, weil die Heizkosten viel Geld verschlingen würden. Geld, das der Verein nicht habe. „Aber wir arbeiten dran“, sagte Tillman Lohse. So werde zum Beispiel über Spenden Geld für die Heizung gesammelt.

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Im Frühjahr geht's weiter

Das „Traumschüff“ geht nun in die Winterpause. Im Frühjahr kommenden Jahres wird es auf der Kiebitzberg-Werft in seine vierte Saison starten. Der Termin dafür steht noch nicht fest.