Der Volksbund

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge ist eine humanitäre Organisation. Er widmet sich im Auftrag der Bundesregierung der Aufgabe, die Gräber der deutschen Kriegstoten im Ausland zu erfassen, zu erhalten und zu pflegen. Der Volksbund betreut u.a. Angehörige in Fragen der Kriegsgräberfürsorge, unterstützt die internationale Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Kriegsgräberfürsorge und fördert die Bildung und Begegnung junger Menschen an den Ruhestätten der Toten.

300 000 aktive Förderer hat der Volksbund sowie über eine Million Gelegenheitsspender und Interessierte. Mit ihren Beiträgen und Spenden, mit Einnahmen aus Erbschaften und Vermächtnissen sowie den Erträgen aus der jährlichen Haus- und Straßensammlung finanziert der Volksbund zu etwa 70 Prozent seine Arbeit. Den Rest decken öffentliche Mittel des Bundes und der Länder.

Havelberg l Zum Auftakt der Haus- und Straßensammlung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge steckten Havelbergs Bürgermeister Bernd Poloski und der Kommandeur des Panzerpionierbataillons 803 Oberstleutnant Ralph Peter ihre Spenden in eine der Sammelbüchsen. Mit den Geldern, die die Soldaten einsammeln, wird die Arbeit des Volksbundes unterstützt. Dieser betreut heute 832 Kriegsgräberstätten in 46 Staaten mit etwa 2,8 Millionen Kriegstoten, ist auf der Internetseite des Volksbundes zu erfahren.

Die guten Erfahrungen mit der Spendensammlung überwiegen bei den Soldaten, wie sie im Gespräch mit der Volksstimme berichten. Allerdings kommt es – sehr selten – auch vor, dass sie beschimpft werden. Viele Leute spenden gern Geld, finden es wichtig, dass Gräber auch so viele Jahrzehnte nach dem Krieg noch gepflegt werden, erzählen zum Beispiel Tobias Haertwig, Sven Meyer und Sven Kropacz. Etliche Soldaten haben auch schon aktiv bei der Kriegsgräberpflege mitgeholfen. So war Tobias Haertwig in Norwegen, Belgien und Holland im Einsatz. Kreuze reinigen, Mauern ziehen, Wege pflastern und Rasen mähen zählte zu den Aufgaben. „Die Zivilbevölkerung freut sich, dass wir da sind, wir werden freundlich aufgenommen.“ Auch Umbettungen werden vorgenommen. Diese Arbeit öffnet den Soldaten die Augen, was Krieg heißt. „Diese Erdung zu haben, ist für Soldaten ungeheuer wichtig. Sie setzen sich für Recht und Freiheit unter Preisgabe des eigenen Lebens ein“, gibt der Kommandeur zu bedenken. Das Bataillon ist öfter im Einsatz in Sachen Kriegsgräberfürsorge, unter anderem auch im Baltikum.

Bürgermeister Bernd Poloski bittet die Bürger darum, den Spendenbitten der Soldaten offen gegenüber zu stehen. Dabei komme es nicht auf die Höhe des Betrages an. Er erinnert daran, dass auch der Hansestadt bei der Gestaltung und der Pflege der Kriegsgräberstätten etwa auf dem Jungfernfriedhof und auf dem Interniertenfriedhof durch Soldaten geholfen wurde.