Sandau/Schönhausen l 2016 hatten die Schönhauser Konfirmanden für ihr QR-Code-Projekt den Romanikpreis erhalten. Für 2017 könnte es erneut einen Preisträger aus dem Elbe-Havel-Land geben. Denn Chris Schulenburg, Sandauer und Landtagsabgeordneter der CDU, hat dem Tourismusverband Sachsen-Anhalt die „Freunde und Förderer des Wiederaufbaus der Sandauer Kirche“ vorgeschlagen. Bis zum 26. Februar können die Vorschläge eingereicht werden. Die Preisverleihung erfolgt am 26. Mai in der Schönhauser Kirche – der Vorjahressieger ist stets Gastgeber für die im daraufffolgenden Jahr stattfindende Zeremonie.

So begründet Chris Schulenburg seinen Vorschlag: „Der wiederaufgebaute Turm der Sandauer Kirche ist ein Symbol für den Frieden in Europa nach dem II. Weltkrieg. Nur durch die unermüdliche Tatkraft der Mitglieder des Fördervereins konnte dieses Projekt verwirklicht werden und ist zugleich ein Vorbild für gesellschaftliches Engagement in Sachsen-Anhalt.

Gesamtinvestitionen: 1,7 Millionen Euro

Der Förderverein zum Wiederaufbau des Kirchturms gründete sich 1996 mit 19 Mitgliedern und ist aktuell 176 Mitglieder stark. 1998 erfolgte die Beräumung der Trümmer und 2002 die Grundsteinlegung für eine Mehrzwecknutzung auf fünf Ebenen. Zurzeit läuft der 10. Bauabschnitt in einem Wert­umfang von 80.000 Euro, mit ihm soll die vollständige und barrierefreie Nutzung abgeschlossen sein. Nach Abschluss dieses Bauabschnittes sind zirka 1,7 Millionen Euro investiert. Die Bausumme setzt sich aus einer Million Euro Fördermitteln und 700.000 Euro Spenden zusammen. Die Spenden hat der Förderverein durch viele Aktionen und Einzelspender in den 22 Jahren des Bestehens des Vereins eingeworben. Bis zur Gesamtfertigstellung sind nur noch zwei weitere Bauabschnitte (Brandschutzkonzept und Dachreiter Turm) erforderlich, dann werden rund 1,9 Millionen Euro verbaut sein.

Die romanische Kirche Sankt Laurentius/St. Nikolaus in Sandau wird seit 2008 durch die ehrenamtlichen Mitglieder des Fördervereins als offene Kirche und Radwegekirche an der Straße der Romanik und dem Elberadweg von April bis Oktober täglich für Besucher aus aller Welt offengehalten. In den zurückliegenden Jahren wurden jährlich im Schnitt zwischen 3500 bis 5000 Besucher begrüßt.

Der Förderverein organisiert in den fünf Ebenen des Kirchturms vielfältige Veranstaltungen, beispielsweise Ausstellungen, Workshops, Leader-Konferenzen, Tag des offenen Denkmals, Klassen- und Spendertreffen, Buchlesungen, Konzerte, Jubiläumsfeiern, Kirchenfeste, Neujahrsempfänge, Elberadeltage sowie Romanik-Matineen. Zur Bundesgartenschau 2015 machten viele Besucher extra einen Abstecher in die Kirche in Sandau.

Ein Symbol des Friedens

Zwischen Kloster Jerichow und dem Marien Dom in Havelberg legen viele Reiseunternehmen einen Zwischenstopp in der Sandauer Kirche ein, hier erhalten sie Führungen durch die Kirche und den Turm. Die Gäste werden über den Wiederaufbau des Kirchturms, die Aktivitäten sowie die romanische Kirche informiert. Bei einer Tasse Kaffee und Kuchen kommen viele interessante Gespräche mit den freundlichen Kirchenführern des Vereins zustande.

Die Kirche in Sandau ist eine bedeutende touristische Anlaufstelle für nationale und internationale Gäste an der Straße der Romanik im Norden von Sachsen-Anhalt. Nur durch die ,Freunde und Förderer des Wiederaufbaus der Sandauer Kirche‘ wurde dieses romanische Bauwerk wiederaufgebaut. Die Mitglieder des Fördervereins haben für die nachfolgenden Generationen nicht nur einen Veranstaltungsort geschaffen, sondern sie schufen ein Symbol des Friedens in Europa.“