Schönfeld l Schon allein die pure Längenangabe für diese neue Deichbaustelle lässt aufhorchen: Es sind immerhin 2617 Meter, welche ab dem hohen Gelände südwärts saniert werden. Weil es eine Hochwasserschadensbeseitigung ist, wird diese komplett vom Staat finanziert. Das sind immerhin insgesamt 4,8 Millionen Euro, davon 3,8 Millionen Euro an reinen Baukosten.

Bauherr ist der Landesbetrieb für Hochwasserschutz LHW, für das Projekt verantwortlich ist Tobias Koch. Der Wasserbau-Ingenieur kann mit weiteren beeindruckenden Zahlen aufwarten: Eingebaut werden 40 000 Kubikmeter Stützkörper- und 16 000 Kubikmeter Deichkernmaterial sowie 6000 Kubikmeter Dichtung – also Ton. Für den schützenden Rasen wurden 750 Kilogramm Saatgut veranschlagt.

Deich wird um 50 bis 60 Zentimeter höher

Weil nach der Flut von 2013 die Hochwasser-Anschlaglinie der Elbe neu berechnet wurde, müssen sämtliche Elbdeiche entsprechend höher und auch breiter saniert werden. In Schönfeld wächst der Wall im Schnitt um 50 bis 60 Zentimeter. Denn auf die Anschlaglinie wird bei der Sanierung noch ein Meter Freibord „draufgepackt“. So gibt es die Norm für die Elbe vor, an der Havel ist es ein halber Meter.

Im Bereich des LHW wird seit dem extremen Ereignis von 2013 bei der Deichsanierung zwecks besserer Erreichbarkeit und Stabilität auch noch landseitig eine befahrbare Berme angebaut. Das erfolgt auch hier. Diese Berme – für sie wird das angelieferte Stützkörpermaterial benötigt – wird mit insgesamt 3300 Quadratmetern Betonspurbahnen befestigt. Diese sind drei Meter breit.

Kronenweg wird asphaltiert

Der zweieinhalb Meter breite Kronenweg wird generell asphaltiert – auch zur Freude der Radfahrer. Denn der deutschlandweite beliebte Elberadweg führt im Bundesland an vielen Stellen auf dem Deich entlang. Auf dieser Baustelle werden dafür 8500 Quadratmeter mit dem schwarzen Gemisch befestigt.

Allerdings müssen sich die Radfahrer derzeit wegen der diversen Baustellen noch zügeln – hier wie auch bei Sandau und Neuermark-Lübars wird derzeit noch rege gebaut. Über die Umfahrungen wird auf großen Tafeln informiert. Sie Umwege sollten Radler auch im Interesse ihrer eigenen Sicherheit nutzen.

Baustart war im September, die Zufahrt zur Baustelle erfolgt durch den Wald, damit Schönfeld mit seinem Kopfsteinpflaster außen vor bleibt. Die Einmündung zur Baustraße von der Bundesstraße aus wurde dazu asphaltiert, der Verkehr auf der B 107 dabei mit Ampeln geregelt. Ende Juli 2021 sollen die Arbeiten an der recht langen Deichbaustelle laut Planung beendet sein. Die Ausschreibung gewann die Firma Eggers aus Wittenberge, welche bereits zwischen Wulkau und Sandau tätig ist.

Damit man nicht vom Hochwasser überrascht wird, gibt es für jede Baustelle einen Havarieplan. Deshalb wird dort, wo der Wall stark abgetragen wird, nur in 250 Meter langen Abschnitten gearbeitet, welche rasch wieder verschlossen werden können. Hier aber wird nur der Oberboden abgetragen, weshalb die Abschnitte 500 Meter lang sind. Der erste soll noch in diesem Jahr fertig werden.