Havelberg l In Reih und Glied haben sie sich in einem Schaufenster aufgestellt – zusammen mit anderen bunten Figuren aus Zinn. Rolf Castis, Uwe Hinze und Frank Boehme von den Zinnfigurenfreunden Neuruppin und Umgebung möchten in Havelberg etwas Werbung für ihr schönes Hobby und ihren Verein machen: „Bei uns ist es wie überall. Es fehlt an jungen Leuten, die sich für unsere Arbeit begeistern und sie fortsetzen“, nennt Rolf Castis einen Grund. Der gute Kontakt zu Helmut Knopf machte es schließlich möglich, sich in der Domstadt zu präsentieren.

Begeisterte Kinder

Simon und Sheila, zwei Kinder, die sich am Ausstellungsfenster bereits die Nasen platt drückten, als noch nicht einmal die Hälfte der insgesamt acht Etagen mit Zinnfiguren gefüllt war, hätten schon große Lust, bei den Neuruppinern mitzumachen. Doch es gibt dafür einen gewichtigen Hinderungsgrund: Beide sind in der Schweiz zu Hause und machen gerade einen Kurzurlaub in Havelberg und Umgebung: „Wir fahren noch heute weiter“, erzählen sie. Was sie an Zinnfiguren sahen, gefiel ihnen allerdings sehr. „Bisher hatte ich immer nur von Zinnsoldaten gehört“, sagt Simon. „Aber die Darstellung dieses Festes hier ist einfach eine Wucht.“ Womit der junge Schweizer die Bauernhochzeit von Rolf Castis meint, die in der unteren Ausstellungsebene zu sehen ist. Farbenfroh und geradezu eine prächtige Stimmung und Feieratmosphäre ausstrahlend. Ein optischer Genuss.

Figuren werden selbst gegossen

„Wir gießen fast alle Zinnfiguren selbst und gestalten sie dann mit Farbe und Pinsel“, ist von den Neuruppinern zu erfahren. Es ist eine Arbeit, die eine Menge Geschick erfordert. Die sich aber auch lohnt, „wenn das Ergebnis dann so ist, wie man es sich vorgestellt hat“.

Bilder

Ziehen die Blicke auf sich

Neben der Bauernhochzeit haben die Mitglieder der Zinnfigurenfreunde Neuruppin und Umgebung noch vieles mehr mit zu Helmut Knopf gebracht: Landwehrleute, die Hofkapelle von August dem Starken, den Soldatenkönig Friedrich Wilhelm und viele andere Zinnfiguren aus der früheren Militärgeschichte. Insgesamt sind es an die 1000, die in einem Schaufenster ausgestellt sind und die Blicke der Vorübergehenden auf sich ziehen.

Kleines Museum der Stadtgeschichte

Bis zum Spätherbst dieses Jahres soll die kleine Ausstellung im ehemaligen Lichthaus angeschaut werden können. Aber auch noch vieles andere mehr. Denn der Hobbyhistoriker Helmut Knopf hat sein ehemaliges Geschäft in ein kleines Museum Havelberger Geschichte verwandelt, in dem er sich selbst am allerwohlsten fühlt, wie er sagt. Für Interessenten öffnet er gerne diesen Raum. Schon, weil er über jedes hier ausgestellte Stück ganze Geschichten erzählen kann.