Klietz l Das Buch mit den Belegungen des Klietzer Platzes ist für den Rest des Jahres und auch Anfang 2021 gut gefüllt. „Damit das auch so bleiben kann und wir trotz steigender Corona-Infektionszahlen den Betrieb gewährleisten können, kehren wir zurück zum Wechselbetrieb. Das heißt, dass die eine Hälfte der Soldaten und Zivilbeschäftigten, die dem Stab und der Kommandantur angehören, eine Woche lang zu Hause und im Homeoffice beziehungsweise in Bereitschaft ist und die andere Hälfte ist vor Ort. Der Wechsel und die Übergabe der Dienstgeschäfte erfolgen per Telefon oder e-Mail, damit es nicht zum Zusammentreffen kommt.“ Oberstleutnant Roman Jähnel, als Kommandeur des Bereiches Truppenübungsplatzkommandantur Ost für die fünf Plätze Altengrabow, Jägerbrück, Klietz (hier befindet sich der Sitz), Lehnin und Oberlausitz zuständig, erklärt: „Wir wollen unter allen Umständen versuchen, den Übungsbetrieb aufrecht zu erhalten, damit keine Truppe absagen muss.“

In zwei Gruppen eingeteilt sind auch die vielen Zivilbeschäftigten, die dem Servicecenter des Dienstleistungszentrums Burg angehören. Sie arbeiten zeitlich gestaffelt – eine Gruppe beginnt um 6 Uhr, die andere eine halbe Stunde später.

Nur die Hälfte Belegung

Bereits seit Wiederaufnahme des Übungsbetriebes nach dem Lockdown im März sind die Sicherheitsvorkehrungen hoch. Die übende Truppe kommt mit Hygienekonzept nach Klietz, jeder Übungstruppenteil, der sich länger als einen Tag am Standort aufhält, muss sicherstellen, dass keine infizierten Soldaten dabei sind. Damit die Abstandsregeln einzuhalten sind, bietet Klietz von den 700 Betten in den Unterkunftsgebäuden in der Kaserne am See mit zur Zeit 350 Betten nur die Hälfte an. Wenn mehr Soldaten kommen, wird der Biwakplatz Großwudicke genutzt. „Die strengen Maßnahmen greifen“, ist Roman Jähnel erleichtert, da es bisher keinen Corona-Fall gibt.

Möbel für Haus 1 am See

Nach den umfassenden Baumaßnahmen in der Kaserne im Walde gibt es jetzt auch in der Kaserne am See Neues. Das Haus 1 direkt am See stehend, war im Juni 2013 komplett geflutet und musste wegen der großen Schäden umfassend saniert werden. Damit war wegen anderer Prioritäten erst begonnen worden, nachdem die ebenfalls geschädigten Unterkunftsgebäude wieder hergerichtet waren. Die Arbeiten sind nun weitestgehend abgeschlossen, so dass aktuell die Möbel geliefert werden. Ab dem kommenden Jahr kann dann unter anderem die übende Truppe das Haus als Betreuungseinrichtung nutzen.

„Und auch im Wirtschaftsgebäude in der Kaserne am See ist jetzt wieder Bewegung“, zeigt sich Roman Jähnel voller Hoffnung, so dass das Objekt, wenn alles gut läuft, im kommenden Jahr endlich wieder seine Funktion aufnehmen kann. Hier mussten Flut- und auch andere Schäden beseitigt werden, die zur Folge hatten, dass seit Juni 2013 auf dem Biwakplatz Großwudicke gekocht und das Essen von dort nach Klietz geliefert werden muss.

Zelt wird umgesetzt

Das Verpflegungszelt, das 2015 für die Verpflegungsausgabe der Flüchtlinge aufgestellt worden war, steht seit der Schließung der Erstaufnahmeeinrichtung im Juni 2018 ungenutzt in der Kaserne am See. Jetzt zeichnet sich eine Lösung ab. Die Bundeswehr hat dem Land als Eigentümer angeboten, das Zelt zu erwerben. Das Bundeswehrdienstleistungszentrum Burg wird das Zelt, in dem etwa 300 Soldaten Platz haben, abbauen, um es am Standort Altengrabow für die übende Truppe zur Verfügung zu stellen, da dort sehr großer Bedarf besteht.