Schönhausen l  Ganz im Gegenteil: Mit geistlichen Werken und flotter Unterhaltungsmusik verbinden die Musiker Tradition und Moderne. Junge Spieler verstärken das Team der langjährigen Mitwirkenden. Das wurde am Sonntag bei der Jubiläumsfeier gewürdigt. Den treuen und begabten Musikern sprach Pfarrer Ralf Euker Dank und Anerkennung für die Musik aus, die der Seele schmeichelt. „Es geht unserem rüstigen 70-jährigen Jubilar richtig gut! Vermutlich hatte er noch nie so viele Mitglieder wie momentan. Euer Repertoire hat sich in den letzten Jahren enorm vergrößert. Ihr seid unglaublich gut und eine große Freude für die Gemeinde und unser Dorf“, sprach er in seiner Predigt herzliche Worte.

Thomas Matzke ist Chorleiter

Anschließend draußen vor der Winterkirche war Zeit für Ehrungen. Die erste gab es für Thomas Matzke. Der 30-Jährige ist der Chorleiter und seit 20 Jahren dabei. Als Neunjähriger hatte er begonnen – kein Wunder: Erna und Rudi Matzke, die den Posaunenchor leiteten, waren seine Großeltern. So gehörten Thomas und auch sein Zwillingsbruder Mathias schon als Kinder und Jugendliche zum Chor.

Während Thomas Matzke Chorleiter ist und zusammen mit Gerta Breitkreutz auch den Unterricht gibt, gehört der Sandauer Pfarrer Hartwig Janus seit 2011 dazu und ist der musikalische Leiter. Er ist als „Bläser durch und durch ein großer Zugewinn für den Chor und die Gemeinde“, dankte Ralf Euker ihm für die Mitgliedschaft.

Bilder

Seit 50 Jahren dabei

Blumen und Geschenke gab es auch für Christine Naumann. Die Brandenburgerin ist seit 50 Jahren Mitglied! Auch wenn sie jetzt in Radewege bei Brandenburg lebt, ist sie regelmäßig zu Besuch in ihrem Elternhaus bei Jutta Matzke und verbindet das dann mit dem Posaunenchor. Sie erhielt so wie die anderen Gewürdigten die Ehrenurkunde, die Superintendent Michael Kleemann unterzeichnet hat.

Bereicherung für die Gemeinde

Am längsten bis heute aktiv dabei ist Gerta Breitkreutz: 56 Jahre. Seit Jahrzehnten schon bringt sie Kindern und Jugendlichen das Spiel auf Instrumenten bei. So wie beispielsweise Peter, Wim und Anne Keijzer, die zum Nachwuchs der Gruppe gehören. Auch ihre Schwester Ines macht bei Gelegenheit mit. Erik Keijzer, der in Bernburg studiert, nimmt so oft wie möglich an den Proben und so gut wie immer an den Auftritten teil. Die beiden hatten das Spielen der Instrumente noch bei Erna Matzke gelernt. Herzliche Worte an die Jubilare richtete auch die Gemeindekirchenratsvorsitzende Michaela Möbius. Auch sie hat einst bei Erna Matzke das Spiel auf der Trompete gelernt, „ich bin stolz, dass wir hier so eine tolle Truppe haben“. Und Bürgermeister Holger Borowski bescheinigte den Bläsern eine hervorragende Arbeit, „Ihr seid eine Bereicherung für die Gemeinde, Hut ab!“ Glückwünsche überbrachten auch Karl-Heinz Pick von der Feuerwehr und Jens Fünfarek vom Förderverein – die Wehr und die Kirche verbindet eine tiefe Freundschaft. Herzliche Grüße des Gemischten Chores Schönhausen überbrachte Birgitte Pick vom Vorstand. Mehrfach gab es schon gemeinsame Konzerte wie beispielsweise im Advent, an denen auch in Zukunft Zuhörer Freude haben.

Die Versorgungsgruppe der Kirchgemeinde hat auch dieses Mal wieder dafür gesorgt, dass die Gäste nach Gottesdienst und Empfang bestens in der Winterkirche verköstigt wurden. Hier war dann Zeit zum Plaudern und Rückschau halten:

Rudolf Matzke war erster Leiter

Der Rathenower Posaunenwart Karl Ney war 1948 in Schönhausen unterwegs und suchte nach jungen Männern, mit denen er den Grundstein für einen neuen Posaunenchor legen wollte. Kantor Karl Ney veranstaltete, so liest sich die Notiz im Fotoalbum, eine Art „Casting“: Nur, wer nach einer gewissen Unterrichtszeit ein ausreichend hohes Niveau erreicht hatte, durfte Mitglied werden. Das waren anfangs Rudolf Matzke, Fritz Henke, Heinrich Völpel, Arno Fenske, Rudi Lange, Rudi Ohlei, Hermann Krüger und Heinrich Eichhorn. Der Kantor aus Rathenow musste nach geraumer Zeit weiterziehen. Die Leitung des kleinen Chores ging auf den musikalisch begabten Rudolf Matzke über. Fortan wurde der Posaunenchor zu einem festen Bestandteil des Schönhauser Gemeindelebens. Hin und wieder halfen in den Anfangsjahren auch Gastbläser aus. Wie Ende der 50-er Jahre die junge Katechetin Erna Orlowski aus Jerichow. Sie und Rudolf Matzke verband bald mehr als nur die Liebe zur Musik: Sie heirateten 1961 und gaben die Leidenschaft für die Blasmusik an die Kinder und Enkel weiter. Seitdem seine Großeltern verstorben sind, hält Thomas Matzke die Fäden in der Hand. Anne, Wim und Peter Keijzer sowie Corinna Held und Martin Gänger sind die Neuesten im Chor – Martin Gänger ist ein „Rückkehrer“, der früher schon einmal dabei war. Christine Naumann, Dorothea Senft und Bernd Matzke gehören zum langjährigen harten Kern des Chores.

Ein Geschenk für die Gruppe ist ein Ausflug nach Quedlinburg. Als „Reiseleitung“ werden sich Michaela Möbius und Ralf Euker um die Ausflügler kümmern. Das nächste Mal zu hören sind die Bläser am Sonntag um 10 Uhr zum Erntedank-Gottesdienst.