Schönhausen l "Das haben wir doch gar nicht beantragt und beschlossen“, herrschte Unverständnis auf der Sitzung des Schönhauser Gemeinderats. Und doch: Der Schönhauser Park ist in das mit der jüngsten Evaluierung zusammen mit weiteren acht Anlagen (insgesamt vier im Landkreis Stendal) in das Netzwerk aufgenommen worden. Auf der Internetseite steht der Gutspark an zweiter Stelle der Aufzählung aller 50 Gartenträume in Sachsen-Anhalt, auch so berühmte wie der Wörlitzer Park oder der Rothehornpark in Magdeburg oder der Schlossgarten Mosigkau gehören dazu.

Zu Schönhausen steht hier: „Im Geburtsort Otto von Bismarcks (1815-1898) liegt neben dem Bismarck-Museum der ausgedehnte Gutspark. 1711 wurde er als barocker Lustgarten mit geometrischen Formen und zahlreichen Sandsteinfiguren angelegt. Im 19. Jahrhundert kam ein landschaftliches Parkareal dazu. Bis heute verbindet eine Herkules-Statue die beiden Bereiche. Teile des Parks werden bis voraussichtlich 2019 saniert. Der Park ist ganzjährig öffentlich zugänglich.“

Aufnahme mit Kosten verbunden

Im März dieses Jahres hatte der Gemeinderat Schönausen über die mögliche Aufnahme beraten, die Diskussion aber auf einen späteren Zeitpunkt vertagt, weil noch umfassende Flutsanierungen nötig sind.

„Wie konnte es zu diesem Schritt kommen“, fragte Jürgen Mund. Bürgermeister Holger Borowski selbst zeigte sich ratlos: „Ich habe keinen Antrag gestellt und nichts unterschrieben“. Für den 28. November habe er eine Einladung auf das Schloss in Blankenburg, da wolle er das klären. Der Rat erklärte noch einmal ausdrücklich, jetzt noch nicht mit dem Park Mitglied im Netzwerk sein zu wollen, sind damit doch Pflichten und Kosten verbunden.

Antrag und Fragebogen liegen vor

Dass von Schönhausen ein Antrag und auch ein ausgefüllter Fragebogen beim Wirtschaftsministerium vorgelegen hat, erklärt Felicitas Remmert, Geschäftsstellenleiterin des Vereins „Gartenträume – Historische Parks in Sachsen-Anhalt“, „ohne die Zustimmung hätte die Aufnahme ja gar nicht erfolgen können“. In dem Verein sind alle bisherigen im Netzwerk befindlichen Gartenträume-Parks auch Mitglied. Auch die neun neuen Park sollten es werden, Zwang besteht allerdings nicht.

Mit der Mitgliedschaft im Verein ist dann auch ein Beitrag zu entrichten. Die Großen zahlen 1500 Euro pro Jahr, für die Kleineren wie Schönhausen könnte es etwas weniger werden. „Der Schönhauser Park befindet sich schon jetzt in einem vorzeigbaren Zustand“, sagt Felicitas Remmert, die sich selbst ein Bild davon gemacht hat. „Die Perspektiven, die das Gelände hat, sind es Wert, dass es in das Netzwerk aufgenommen worden ist – die Kriterien dafür sind nicht gering.“ Die nächste Evaluierung erfolge vielleicht sogar erst in fünf oder zehn Jahren, weshalb sich auch noch in Restaurierung befindliche Parks schon im Netzwerk befinden.

Fragen sollen geklärt werden

Von den Unstimmigkeiten in Schönhausen zeigt sich der Verein Gartenträume überrascht, so einen Fall habe es noch nicht gegeben und man will sich mit der Gemeinde in Verbindung setzen beziehungsweise am 28. November bei einem Workshop in Blankenburg eine Klärung erzielen. Auf der nächsten Ratssitzung in Schönhausen soll es weitere Erklärungen dazu geben.