Schönhausen l Viel Geld muss in die Hand genommen werden, um die Ruine wieder nutzbar zu machen. Einfach abreißen ist nicht möglich – da macht der Denkmalschutz nicht mit. Denn es handelt sich um ein denkmalgeschütztes Gebäude, das einst zum Bismarckschen Gut gehörte. Schon in den 90er Jahren gab es Untersuchungen der Bausubstanz und Vorschläge, was man machen könnte. Eigentlich ist das Gebäude nur mit einer neuen, gewerblichen Nutzungsfunktion weiter zu betreiben.

Flutgeld für die Hülle

Zumindest die Hülle des Gebäudes kann schon einmal hergerichtet werden. 363 100 Euro Sanierungsmittel nach der Flut liegen bereit. Denn der Speicher hat im Juni 2013 nach dem Deichbruch bei Fischbeck genau wie der gesamte Park im Wasser gestanden.

Nach denkmalrechtlichen Gesichtspunkten werden die Schäden nun behoben. „Aber der Speicher darf nicht nur eine schöne leere Hülle bleiben“, sagte der Bauausschussvorsitzende Dieter Hertel unlängst auf der Ausschusssitzung.

Vermietung oder Verkauf

Aber was macht man damit? Für eigene Vereine wird der Platz nicht gebraucht. Vielleicht für die Bibliothek, die jetzt im feuchten Kellergewölbe des Gärtnerhauses untergebracht ist? Oder für den Jugendklub? „Auf jeden Fall sollten wir Mieteinnahmen erzielen“, ist sich der Bauausschuss einig. Denn nur so kann ein Kredit, den die Gemeinde für den Innenausbau aufnehmen muss, abgezahlt werden.

Denkbar wäre eine Vermietung an die Verbandsgemeinde. Denn die wird in den kommenden Jahren viel Lagerfläche für das Material brauchen, das nach Abschluss der Flut-Sanierungsmaßnahmen für Jahre archiviert werden muss. Dafür bräuchte die Verbandsgemeinde aber erst einmal ein Flächenkonzept. Der Ausschuss beauftragte Bürgermeister Holger Borowski, entsprechende Gespräche mit der Verbandsbürgermeisterin Steffi Friedebold zu führen.

Bis 2020 muss Geld verbaut sein

Möglich wäre auch der Verkauf des Speichers. „Aber wer kauft schon so ein großes denkmalgeschütztes Gebäude“, ist der Rat eher skeptisch, einen Käufer zu finden. Dennoch soll es via Internet versucht werden. Wenn die Hülle fertig ist, sieht das Gebäude zumindest ansprechend aus. Und auch die Lage am Park sei ideal für touristische Zwecke.

Noch bleibt der Gemeinde etwas Zeit, um Pläne zu schmieden. Bis 2020 aber müssen die Flutmittel verbaut sein. Und bestenfalls fasst man die Hülle erst an, wenn auch feststeht, wie das Innenleben aussieht.

2007, unter Bürgermeisterin Catherine Tanne-Roloff, wollte der Verein „Kulturdreieck“ Fördermittel beantragen. Die Idee war, einen großen Seminarraum einzurichten, eine Galerie für Hobbykünstler, Platz für Sonderausstellungen des Bismarck-Museums und auch ein Café. Aber auch diese ehrgeizigen Pläne sind im Sande verlaufen.

Einst Lager und Stall

Der Kornspeicher des Gutes steht seit vielen Jahren leer. Zu DDR-Zeiten diente er anfangs ebenfalls als Speicher für Korn, das zur Mühle gebracht worden ist. Die LPG nutzte ihn außerdem für die Lagerung von Brettern und Utensilien der Gärtnerei, ein Teil des unteren Bereichs diente privat als Stall für die Haltung von Schweinen und Ziegen.