Havelberg l Dieser Tage kehren die Trauerseeschwalben aus ihren Winterquartieren zurück an die Untere Havel, weshalb die künstlichen Nester ausgebracht werden. Der Wulkauer Ornithologe Manfred Kuhnert befestigt die Nistinseln dazu nach und nach an einer langen Schnur. An beiden Enden der Schnur hängen Steine als Anker, welche ein Abtreiben verhindern sollen. Früher waren es Stangen gewesen, an denen die Schnur mit einem Ring befestigt war und so den schwankenden Wasserstand ausgleichen konnte. Doch wurden diese gestohlen und die Nester drifteten ab.

Hilfen halten nicht ewig

Seit einigen Jahren fertigen Klietzer Grundschüler in der Holz-Arbeitsgemeinschaft solche Kunstnester aus Holz und Styrodor. Um die Nistkuhle etwas rauer zu machen, wird der Kunststoff mit dem Föhn erhitzt, berichtete Mila Petersen.In diesem Jahr wurden wieder 25 neue Nisthilfen gefertigt, denn diese halten nicht ewig.

Ausbringen an der Aderlake

Die Klietzer waren jetzt zur Aderlake am Weinberg bei Havelberg gekommen, um dort beim Ausbringen der insgesamt 50 Nisthilfen zuzuschauen. Unterstützt wurde Manfred Kuhnert von Klaus Heidrich, dem Vorsitzenden des örtlichen Naturschutz-Fördervereins, sowie von Armin Wernicke von der Mittelelbe-Biosphärenreservatsverwaltung aus Ferchels. Das Bio-Res unterstützt das Artenhilfsprojekt seit Anbeginn.

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Auch in Jederitzer Gewässern

Zusammen mit Armin Wernicke hatte der Ornithologe einige Tage zuvor auch in den Gewässern nahe Jederitz etwa um die 100 Nisthilfen ausgebracht. Und zwar im Sandhan, dem Trintsee und dem Klitzenzug. Meist werden drei Eier gelegt, nach 20 bis 22 Tagen schlüpfen die Nachkommen.

Die Vögel überwintern in Südafrika; da sie an den Küsten entlangfliegen, kommen auf einer Strecke schon allein weit über 10 000 Kilometer zusammen.

Auch Lachmöwen finden Gefallen

Nicht immer brüten die Seeschwalben darauf, sondern auch mal Lachmöwen. Diese haben sich inzwischen im Stremel mit etwa 1000 Brutpaaren angesiedelt. Ein gedeckter Tisch für den Waschbären: Wie eine Fotofalle bewies, kam dieser genau am Schlupftag und holte sich etliche Junge.