Klietz l Im ersten Entwurf des Haushaltsplanes waren noch 25.000 Euro für die Lernküche in Klietz vorgesehen. Doch sie ist dem Rotstift zum Opfer gefallen. Nicht nur, weil die Kassen mehr als knapp sind, sondern weil der Mehrheit des Rates ein Konzept fehlte. Das lag dem Rat am Mittwoch nun vor. Die Initiatoren, die sich für die Einrichtung der Küche stark machen, wussten Anfang des Jahres nicht, dass so ein Konzept gebraucht wird – der Hinweis der Verwaltung war ausgeblieben. Erst als der Sozialausschuss das Ende Januar einforderte, machten sie sich umgehend an die Arbeit. Doch die achtseitige Darstellung, warum und wie die Küche eingerichtet werden soll, bewegte den Rat nicht, die 25.000 Euro wieder einzuplanen. Was aber nicht heißt, dass der Rat gegen die Investition ist, „wir begrüßen jede private Initiative, wenn sich wie hier in Klietz alle zusammen für eine Sache einsetzen, ist das doch gut“, erklärte Silvio Wulfänger. Dennoch sind für die Mehrheit der Abgeordneten immer noch zu viele Fragen ungeklärt. Deshalb soll sich der Sozialausschuss auf seiner nächsten Sitzung am 6. März vor Ort mit dem Thema befassen.

Änderungsantrag abgelehnt

Die Fraktion Die Linke hatte vor dem Haushaltsbeschluss noch einen Änderungsantrag eingebracht. Darin hieß es unter anderem: „Die Grundschule hat im Rahmen einer praxisnahen, im Lehrstoff enthaltenen Aufgabenstellung „gesunde Ernährung“ bereits eine Vielzahl von Erfahrungen gesammelt, weil sie bis zum Abriss/Rückbau der Hauswirtschaftsküche der Förderschule diese Einrichtung mitnutzen konnte. Seit Monaten bemühen sich Eltern, Schüler, Lehrer und die Gemeinde um den Ersatz einer solchen Möglichkeit, der mit Verantwortlichen der Verwaltung der Verbandsgemeinde auch durch vor Ort Begehungen und Besprechungen begleitet wurde. Zeitgleich rief man eine Vielzahl von Aktivitäten ins Leben, um erforderliche Eigenmittel bereitzustellen. Dadurch gelang es, bereits 3500 Euro zu sammeln. Ebenfalls sollen zeitnah die Küchenmöbel aus weiteren Finanzierungsquellen erschlossen werden. Für die Weiterführung dieser Aktivitäten sind eine Befürwortung des Projektes durch den Verbandsgemeinderat und der schrittweise Beginn der Baumaßnahme dringend erforderlich.“

Signal an die Initiatoren

Helga Paschke ergänzte noch: „Bestenfalls stellen wir die gesamten 25.000 Euro in den Plan ein, zumindest aber die 6 200 Euro für Abbruch- und Fliesenarbeiten dieses Jahr und 18.800 Euro dann 2019. So geben wir den Initiatoren ein deutliches Signal, dass wir hinter den Plänen stehen, und sie können weiter tätig werden.“ Der Antrag fand im Rat keine Mehrheit. Für die Fraktion Allgemeine/CDU begründete Silvio Wulfänger, dass noch solche Fragen wie der Einbau von zugelassenen Geräten in einer öffentlichen Küche zu klären sind. Und seine Frage, ob denn mit der Änderung der Haushalt an diesem Abend überhaupt beschlossen werden könnte, verneinte der Kämmerer. Es würde also zum Verzug beim Beschluss des Etats kommen, der auch Voraussetzung für die Haushalte der Mitgliedsgemeinden ist.

Auch die von Der Linken vorgeschlagene Willensbekundung, das Geld für 2019 zuzusagen, fand keine Zustimmung im Rat.

„Dass wir hinter dem Projekt stehen, steht außer Frage. Aber es sind noch Dinge zu klären“, verwies Sebastian Heinike, der die Versammlung in Stellvertretung von Wolfgang Gehrke leitete, auf den Sozialausschuss. Arno Brandt erklärte, dass man nach Klärung der Fragen im Sommer noch einen Nachtragshaushalt erstellen könnte. Jürgen Masch fragte verärgert, wo im Haushalt denn die eingesparten 25.000 Euro geblieben sind.

Landkreis hat alles abgebaut

Bis zur Schließung der Förderschule im Sommer 2016 gab es im Schulgebäude eine Küche. Die wurde aber vom Landkreis ausgebaut und der Raum sanierungsbedürftig hinterlassen. Die Schüler haben mit verschiedenen Aktionen bereits 3500 Euro für die Wiedereinrichtung der Küche gesammelt, Eltern kümmern sich um die Küche samt Ausstattung. Von der Verbandsgemeinde sind 25.000 Euro für die bauliche Herrichtung des Raumes erbeten.

Schulleiter Gunnar Berg, Gast der Sitzung, zeigte sich enttäuscht, dass es so schnell nicht weitergeht mit der Einrichtung der Küche. Sie soll das Unterrichts- und auch das AG-Angebot erweitern.