Havelberg l „Ich bekomme immer wieder Anfragen, warum das Erlebnisbad denn bei diesen hochsommerlichen Temperaturen nicht öffnet“, erzählt die Schwimmmeisterin Tabea Techel von den Stadtwerken Havelberg. Die Antwort ist einfach. „Die Voraussetzungen für den Badebetrieb sind nicht mehr gegeben“, erklärt sie. „Dazu gehört, dass kein Chlorgas mehr vorhanden ist und das Wasser in den Becken somit nicht – wie vorgeschrieben – chemisch behandelt werden kann. Auch ist mittlerweile gut ein Drittel der Wassermenge abgelassen worden und der verbliebene Rest wird nicht mehr umgewälzt, so dass sich Schmutz am Beckenboden und auch auf der Wasseroberfläche ablagert.“ Das alles heißt konkret: Auch wenn sich der Sommer wirklich noch nicht verabschieden will, das Erlebnisbad bleibt so, wie es sich jetzt zeigt, nämlich keinesfalls betriebsbereit – geschlossen eben. Bis zum Mai 2021, wenn die nächste Saison beginnt. „Hoffentlich ist dann ein pünktlicher Start möglich“, wünscht sich Tabea Techel. Im diesem Jahr konnte die Saison aufgrund der Corona-Auflagen erst im Juni – vier Wochen später als geplant – beginnen.

2012 noch weniger Besucher

„Aber trotz dieser Tatsache bin ich mit dem Verlauf nicht unzufrieden“, schätzt die Bademeisterin ein. „Es gab insgesamt einen guten Besuch, und die Badegäste konnten sich in einer entspannten Atmosphäre wohl fühlen.“

Apropos Zahlen: An zwei Tagen im August haben jeweils knapp über eintausend Personen die schöne Anlage am Lindenweg aufgesucht. Die Spitze lag bei 1042 Besuchern. „Dabei gab es jedoch keine Probleme mit der Auflage, dass sich maximal 1000 Personen zugleich im Bad aufhalten durften. Die Kassiererin hatte mit dem Zählen von Ankommenden und Gehenden wirklich keinen leichten Job, hat diesen aber hervorragend gemeistert.“

Insgesamt wurden in drei Monaten Badebetrieb 19800 Abkühlung und Erholung Suchende gezählt. „Für eine um vier Wochen verkürzte Saison ist das gar kein so schlechtes Ergebnis“, findet die Schwimmmeisterin. „2012 hatten wir pünktlich von Mitte Mai bis Mitte September geöffnet – und da kamen noch weniger Besucher.“

Wegen der strengen Corona-Regeln musste auch die Zahl der Schwimmschüler in diesem Jahr geringer ausfallen. Es waren in mehreren Kursen exakt 73. „Schon jetzt erhalten wir Anmeldungen für 2021. Die können wir aber leider noch nicht annehmen, weil keiner weiß, wie sich Corona bis zum nächsten Jahr entwickelt.“