Havelberg l Die Bundeswehr öffnet dafür an diesen Tagen von 17 bis 19 Uhr ihre Sportstätte. „Endlich hab‘ ich hier mal ein bisschen Gesellschaft im Schwimmbecken“, freut sich Daniel Hellmann. Der 23-jährige Zeitsoldat, der in der Nähe von Pritzwalk zu Hause ist, ist nach Dienstschluss oft in der Schwimmhalle der Kaserne zu finden. „Ich finde es sehr schön, dass es dieses Freizeitangebot für die Soldaten in der Kaserne gibt. Ich nutze es, um als Rettungsschwimmer im Training zu bleiben, aber auch, weil ich den Aufenthalt im Wasser einfach liebe“, sagt der Hauptgefreite. 2000 Meter möchte er an dem Tag schwimmend in der Halle zurücklegen – das sind sage und schreibe 80 Bahnen. „Letzten Donnerstag war ich hier ganz alleine. Da wird die Zeit immer länger und einem echt langweilig. Heute, zusammen mit einer ganzen Reihe anderer Schwimmsportbegeisterter, macht es dagegen richtig Spaß. Ich finde, dass es eine gute Entscheidung gewesen ist, die Schwimmhalle auch für die Öffentlichkeit zu öffnen.“

Andere Hallen sind weit entfernt

Andrea Wellenberg aus Jederitz sieht das ebenso. „Ich konnte es gar nicht abwarten, heute hierher zum Schwimmen zu gehen und war deshalb wohl ein bisschen zu früh dran. Jedenfalls war ich zunächst ganz allein im Becken. Doch dann füllte es sich zunehmend.“ Insgeheim habe sie schon immer gehofft, dass die Bundeswehr ihre Schwimmhalle auch für Interessenten aus dem zivilen Bereich frei gibt, „denn im Winter weiß man ja sonst nicht wohin. Die nächstgelegenen Schwimmhallen liegen 30 bis 50 Kilometer weit entfernt. Das ist dann schon ein ganz schön langer Weg“. Andrea Wellenberg bezeichnet sich selbst als „Wasserratte“, „im Sommer bin ich immer Stammgast im Havelberger Erlebnisbad“.

Nunmehr freue es sie sehr, dienstags und donnerstags ihre Bahnen in der Elb-Havel-Kaserne drehen zu können. „Wenn es die Zeit erlaubt, werde ich sehr viel Gebrauch davon machen. Einen kleinen Vorrat an Eintrittskarten habe ich mir schon zugelegt“, verrät sie. „Ich habe gleich zehn Stück auf einmal gekauft.“ Diese Karten sind übrigens nur in der Tourist-Information in der Uferstraße erhältlich. In der Kaserne gibt es sie nicht.

Am ersten öffentlichen Öffnungstag der Bundeswehr-Schwimmhalle nutzten weitere elf Frauen und Männer aus Havelberg und Umgebung die Möglichkeit, im Wasser Sport zu treiben. Zu ihnen gehörte der Domstädter Lothar Frontzek, der als Kommunalpolitiker mit darum gerungen hat, die Idee in die Tat umzusetzen. „Dieses Angebot für die Wintermonate ist prima“, freut er sich.

Mit dem Auto schnell da

Die Zwillingsschwestern Marika und Constanze Streblow, die in Wulkau und Neukamern wohnhaft sind, kamen ebenfalls, um sich im Wasser wohl fühlen zu können. „Wir haben nicht lange überlegt und sind zusammen nach Havelberg gefahren. Da ist man mit dem Auto schnell da – anders, als wenn man nach Stendal oder nach Rathenow müsste. Und wer auf Rutschen und andere besondere Angebote verzichten kann, der kommt in der Schwimmhalle der Havelberger Kaserne auch auf seine Kosten“, finden die beiden jungen Frauen.

Übrigens: Am 6. und 8. Dezember ist die Halle von 17 bis 19 Uhr wieder für Jedermann geöffnet.