Klietzer Museumshof wieder offen

Senioren reisten in die Vergangenheit

Auf Reise in die Vergangenheit begaben sich die Tagesgäste des Pflegedienstes Wendt: Sie besuchten den Klietzer Museumshof.

Von Anke Schleusner-Reinfeldt
In der Scheune auf dem Läufer-Hof  unter den Erntekronen haben die Senioren Platz genommen und schauen Edith Läufer beim Spinnen zu.
In der Scheune auf dem Läufer-Hof unter den Erntekronen haben die Senioren Platz genommen und schauen Edith Läufer beim Spinnen zu. Foto: Romy Petersen

Klietz - Dass sie ein bisschen aufgeregt ist, dass nach so langer coronabedingter Pause endlich wieder Gäste auf dem Hof sind, gestand Edith Läufer, bevor die Senioren vorfuhren. Und so war es für die Gäste mit Tagespflegedienstleiterin Romy Petersen und für die Gastgeber mit Evelin Zakrzewski als Vorsitzende des Heimatvereins ein ganz besonderer Tag auf dem Museumshof. In der Scheune gab es all die großen Geräte zu entdecken, die vor allem in der Landwirtschaft genutzt wurden. Edith Läufer ließ das Spinnrad surren, über den Köpfen der Gäste hingen die schönen Erntekronen, die an die Dankfeste des Heimatvereins der vergangenen Jahre erinnerten. Und im Stübchen, eingerichtet vor allem mit Küchenutensilien, ging vor allem den Besucherinnen das Herz auf, weil auch sie einst mit all diesen Dingen hantiert hatten. Nur zu gut erinnerten sie sich an die mit Holz befeuerten Herde. Und auch Butter haben manche einst selbst hergestellt – Edith Läufer und Evelin Zakrzeweski zeigten noch einmal, wie es geht. Auch das Seilern wurde vorgeführt. Der Weg nach oben auf die zweite Ausstellungsebene blieb den betagten Gästen zwar verwehrt, aber Romy Petersen machte Fotos, die in der Tagespflegeeinrichtung die Runde machten und die Senioren zum Plaudern über alte Zeiten anregten.

Alle 16 Tagespflegeplätze des seit 2012 in Klietz ansässigen Pflegedienstes sind belegt, es gibt eine Warteliste für die Bedürftigen, die auch ambulant zu Hause betreut werden. Es sind um die 100 Senioren, die täglich Hilfe erfahren. Um den Nachwuchs an Pflegekräften zu sichern, bietet Rolf Wendt ab diesem Jahr die Ausbildung zur/zum Generalisten an, wie die Ausbildung für alle Pflegekräfte nun genannt wird. Wer sich dafür interessiert, kann sich melden.

Rolf Wendt ist froh, dass die Corona-Pandemie relativ glimpflich an der Einrichtung vorbeigegangen ist. „Bei den Senioren gab es vier Erkrankte mit leichtem Verlauf, auch die wenigen erkrankten Schwestern waren schnell genesen.“ Auch jetzt, wo die allermeisten Pflegebedürftigen und auch Mitarbeiterinnen geimpft sind, bleiben die Vorsichtsmaßnahmen streng.

Ansehnlich gestaltet ist seit kurzem die Fassade des Pflegedienstes in der Birkheide, die einst zum KfL gehörte. Rolf Wendt wählte als Motiv ein mit Efeu berankeltes Haus, das ein Maler aus Premnitz aufgesprüht hat.

Mit Efeu berankelt ist jetzt die Fassade des Pflegedienstes, der in einem Teil des ehemaligen KfL ansässig ist, rechts daneben befindet sich der Jugendklub.
Mit Efeu berankelt ist jetzt die Fassade des Pflegedienstes, der in einem Teil des ehemaligen KfL ansässig ist, rechts daneben befindet sich der Jugendklub.
Foto: Romy Petersen