Havelberg l Er will anderen Mut machen, ihnen von seiner Lebensfreude abgeben. Dafür radelt Oli jährlich Tausende Kilometer. Derzeit ist der 51-Jährige auf seiner Vier-Flüsse-Tour über 1600 Kilometer zugunsten des Vereins „Engel mit Herz“. Dieser setzt sich für krebskranke Menschen ein, die durch ihre Erkrankung in Armut geraten sind, und ermöglicht ihnen einen kurzweiligen einwöchigen Urlaub. Nachdem Oliver Trelenberg aus Hagen am Montag in Tangermünde Station machte, kam er am Dienstag in Havelberg an und traf sich vor seiner Weiterfahrt am Mittwoch nach Wittenberge mit Bürgermeister Bernd Poloski.

2009 hatte er das Radfahren für sich entdeckt. Er schöpfte nach einer langen Krankheitsgeschichte unter anderem mit Depression und Zwangserkrankung neuen Mut, spürte, wie sich die Bewegung positiv auf Körper und Psyche auswirkt. Da war er bereits sechs Jahre trockener Alkoholiker und hatte psychologische Behandlungen hinter sich. 2013 dann ein nächster Schicksalsschlag: Diagnose Kehlkopfkrebs. Sein Fahrrad, das im Wohnzimmer stand, trieb ihn an, als er nach OP und Therapie wieder zu Hause war. Er wollte da wieder rauf und durch die Lande fahren. Er hat es geschafft. 2014 rief er sein Projekt „Oli radelt“ ins Leben.

„Ich will anderen Menschen Mut machen, ihnen sagen, dass sie nicht nur über ihre Krankheit reden sollen, sondern runter von der Couch kommen und sich bewegen. Ich habe dadurch viel Lebensmut schöpfen können.“ Er hält Vorträge, berichtet von seinen Erfahrungen, macht Mut. 2015 verbindet er seine Leidenschaft zum Radfahren mit dem guten Zweck und fährt zugunsten des Deutschen Kinderhospizvereins 2500 Kilometer durchs Ruhrgebiet. 2016 ist er erstmals für „Engel mit Herz“ unterwegs. Fürs nächste Jahr hat er einen anderen Verein im Blick. „Es gibt so viele Projekte, die ich unterstützen und auf meinen Radtouren bekannt machen möchte.“