Warnau l Aber der SSV Havelwinkel Warnau ist noch viel mehr als ein Fußballverein. „Über unsere Fußballer freuen wir uns mittlerweile seit elf Jahren. Und zu Recht. Denn sie haben sich mit ihren Erfolgen mit der Zeit im ganzen Land ins Gespräch gebracht“, sagt die Vereinsvorsitzende Carmen Thiel. Bis in die Landesliga hat es bisher keine andere Mannschaft aus dem Altkreis geschafft. „Kein Wunder also, dass unsere anderen sportlichen Aktivitäten bei all dem ein bisschen unter gehen.“ Diese werden vor allem von den Frauen aus Warnau und Umgebung seit der Vereinsgründung im Jahr 2000 sehr gerne angenommen. Konkret sind das die Seniorensportgruppe, die sich jeden Montag um 17 Uhr zu gymnastischen Übungen trifft, und die Frauensportgruppe, die immer am Donnerstag um 19 Uhr zusammen kommt. „Die Frauen haben mal dies, mal das auf dem Trainingsplan – letztlich steht bei allem die gesunde Bewegung im Vordergrund.“ Carmen Thiel nennt als Beispiele Aerobic, Steppen, Jazz-Dance und auch, je nach Wetterlage, kürzere oder längere Radtouren. Wer Lust hat, beim Senioren- oder beim Frauensport mitzumachen, ist immer gerne gesehen.

Jahresstart mit Neujahrslauf

Immer zum Start in ein neues Jahr lädt der Verein übrigens gleich am 1. Januar zum Neujahrslauf für Jedermann ein. Das Teilnehmerfeld an diesem wird von Jahr zu Jahr größer.

Girlanden gewickelt

Gemeinsamkeit und Geselligkeit werden im Verein ganz groß geschrieben – nicht nur beim Sport. Traditionell treffen sich die Sportfrauen zum Beispiel mit den Frauen und auch Männern von der Feuerwehr, um die Girlanden für den Maibaum zu wickeln – das passierte übrigens am 27. April –, und diesen dann später auch gemeinsam zu schmücken.

Zur Geselligkeit in der Frauensportgruppe gehört zudem die traditionelle Saisonabschlussfeier vor der Sommerpause, die in der Regel als Poolparty bei Iris Walther ausgetragen wird. „Die Seniorengruppe dagegen macht keine Pause, sie zieht auch im Sommer voll durch“, ist zu erfahren.

Bewässerungsanlage ist Wunsch

Das trifft ebenso auf eine andere Seniorengruppe zu – die sogenannte Rentnerbrigade mit Dieter Dähne, Wolfgang Kuhlen, Reinhart Schlupp, Roland Gubler und Alwin Ritter. Sie hat sich die Pflege des Fußballplatzes und dessen Außenanlagen zur Aufgabe gemacht und erledigt dies immer selbstständig und in vorbildlicher Art und Weise. „Was die Männer ehrenamtlich leisten, ist nicht hoch genug einzuschätzen“, würdigt die Vorsitzende. Zu jeder Jahreszeit würde sich der Sportplatz in einem Top-Zustand präsentieren. Ein großer Wunsch und zugleich ein Vorhaben für die nächste Zeit ist die Anschaffung einer Bewässerungsanlage für den Rasenplatz. Auch in den Saal des „Treffs“, Trainingsstätte der Senioren- und der Frauensportgruppe, muss investiert werden. „Das Parkett hier hat dringend einen Abschliff nötig“, berichtet Carmen Thiel und freut sich, dass die Stadt Havelberg ihre Unterstützung dafür bereits zugesagt hat. Das gesamte Gebäude hat sich der SSV in Eigeninitiative übrigens als Vereinsheim super hergerichtet. Womit jetzt auch der Fußball an der Reihe ist. Denn unter anderem gehören ein Anbau für die Umkleiden und Duschcontainer zu den Eigenleistungen der Warnauer Sportfreunde an und in ihrem Vereinsheim.

 

„Über die sportliche Situation unserer Fußballer in der Landesliga wird nicht groß diskutiert“, erklärt Vorstandsmitglied Iris Walther. „Denn sie werden die Klasse auf jeden Fall halten. Auch wenn in der Landesliga ein viel, viel schärferer Wind weht, als in der Landesklasse, und die Fahrten mitunter zu Tagesausflügen geworden sind. Havelwinkel Warnau bleibt in der Landesliga. Darin sind sich hier alle einig. Und die drei Punkte vom letzten Heimspiel gegen den Burger BC waren ein ganz großer Schritt in diese Richtung.“ Hinter den Havelwinkler Kickern steht zudem eine große und großartige Fangemeinde: Zu jedem Heimspiel kommen immer mehr als hundert Zuschauer. Diese stehen stets hinter ihrem Team, egal wie das Spiel ausgeht. Etwa 30 treue Anhänger fahren zudem auch zu jeder Auswärtsbegegnung. „Bei uns herrscht immer eine wunderbare familiäre Atmos­phäre“, freut sich Iris Walther und bezieht in diese Worte alle Zuschauer, alle Aktiven und die Verantwortlichen ein. „Keiner geht nach dem Abpfiff gleich nach Hause.“

"Mutter" der Fußballer

Die Vorsitzende Carmen Thiel selbst bezeichnet sie als „Mutter der Fußballer“, weil sie immer stets um deren leibliches Wohl bemüht ist und auch sämtliche Sportbekleidung für sie wäscht. So gibt es zum Beispiel an jedem Donnerstag nach dem Training etwas zu essen – und auch nach so manchem Heimspiel. Die Gästespieler werden dann wie selbstverständlich auch gleich mit dazu eingeladen.