Wasserwirtschaft

Studenten besichtigen Kläranlagenfeld

Studenten aus mehreren Ländern haben das Kleinkläranlagen-Demonstrationsfeld in Schönhausen besichtigt.

Von Ingo Freihorst 09.08.2017, 01:01

Schönhausen l Fünf verschiedene Kleinkläranlagen sowie zwei abflusslose Sammelgruben befinden sich auf dem Demonstrationsfeld neben der Schönhauser Kläranlage. Einmal im Jahr besichtigt Professor Uwe Tröger von der TU Berlin mit seinen Wasserwirtschafts-Studenten die Anlage. Hier erklärten Anja Asche und Jörg Wolf von den Havelberger Stadtwerken deren verschiedene Funktionsweisen.

So ist zum Beispiel eine Pflanzenkläranlage für einen Zwei- bis Vier-Personen-Haushalt zu besichtigen. Das Wurzelwerk der Schilfpflanzen unterstützt den Reinigungsprozess. Der Wartungsaufwand für diese Anlage ist zwar gering, dafür ist aber Platz vonnöten.

Mit Hilfe von Mitteln aus dem europäischen Leader-Programm war das Demonstrationsfeld 2006 errichtet worden. Mit diesem möchte der Trinkwasser- und Abwasserzweckverband Havelberg vor allem jenen Grundstückseigentümern Unterstützung und Informationen bieten, die eine Kleinkläranlage oder abflusslose Sammelgrube errichten oder aber ihre vorhandene erneuern müssen.

Der zweijährige Master-Studiengang für die angehenden Wasserwirtschaftsingenieure ist allerdings nicht an der Uni in Berlin, sondern im Campus El Gouna am Roten Meer in Ägypten angesiedelt. Für den Betrieb der Außenstelle existiert ein bilaterales Abkommen, ein arabischer Sponsor ermöglichte Einrichtung und Betrieb des Campus.

Die 13 Studenten kommen aus Ägypten, Jordanien, Saudi-Arabien und Afghanistan, auch zwei Deutsche – die einzigen Frauen – sind darunter. Die Verständigung erfolgt in Englisch. Es gibt allerdings eine Bedingung: Die Studenten müssen bereits Erfahrungen im Wasserbereich gesammelt haben. Es sind übrigens allesamt Stipendiaten – sie brauchen dank Sponsoren für ihr Studium also nichts bezahlen.

Im zweiten Semester geht es immer nach Deutschland, erster Anlaufpunkt war hier die Schönhauser Anlage, berichtete Professor Uwe Tröger. Seine Studenten waren sehr interessiert, machten sich Notizen und schossen Fotos. Zweite Station waren die Rieselfelder bei Braunschweig. Auch Hersteller der Anlagen werden bei der Rundfahrt in Deutschland besucht.

Bei dem Studiengang wird nicht nur Wissen über die Abwasserentsorgung, sondern auch zur Trinkwasserversorgung vermittelt. Auch etliche Entwicklungshelfer studierten dieses für die Menschen immer wichtiger werdende Fach.

Noch in diesem Monat wird in Bayern eine hochmoderne Kläranlage eingeweiht, welche mit Hilfe von Membranen und Aktivkohle das Abwasser in Trinkwasserqualität re­cycelt. So können die bayrischen Forellen auch weiterhin in kristallklaren Bächen schwimmen. In einigen Ländern wird generell gereinigtes Abwasser als Trinkwasser genutzt – so etwas wäre den Deutschen aber nicht zu vermitteln.