Havelberg l „Eigentlich war es mein Wunsch, Veranstaltungstechniker zu werden. Aber da bekam ich nur Absagen auf meine Bewerbungsschreiben.“ Und so versuchte es Tom Hünemörder letztlich mit dem Ausbildungsberuf, der ihm im Verlaufe der Berufs­orientierung an der Sekundarschule „Am Weinberg“ Havelberg – in Zusammenarbeit mit der Berufsbildungsakademie Altmark – vorgeschlagen worden war: Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik. „Da hat es mit der Bewerbung gleich geklappt. Und dann auch noch in Havelberg“, berichtet der junge Mann. „Bei Elektro Wolff. Das erspart mir einen langen Weg zu meiner Ausbildungsstätte. Viel besser hätte es nicht kommen können.“ Nun hat er sein erstes Ausbildungsjahr gut wie geschafft.

Schon nach kurzer Zeit hatte sich Tom in der Firma „gut eingelebt. Ich komme mit allen Kollegen prima aus“, sagt er. Und: „Nach meiner dreieinhalbjährigen Ausbildungszeit würde ich gerne dort bleiben.“

Arbeitet wie ein Facharbeiter

Firmenchef Reiner Wolff hätte absolut nichts dagegen. „Tom Hünemörder ist einer der besten Auszubildenden, die ich je hatte. Er lernt sehr schnell, in der Theorie wie in der Praxis, hat den absoluten Durchblick, strahlt Ruhe aus und wird von den Kollegen geschätzt. Er leistet schon jetzt all das, was ein Facharbeiter leisten muss. Ich kann absolut nichts Negatives über ihn sagen.“

So wie in Tom Hünemörder setzt Reiner Wolff auch in seinen nächsten Auszubildenden große Hoffnungen. Es ist Toni Walther aus Havelberg, dessen Lehrzeit am 1. August beginnt. „In mehreren Praktika bei mir hat er sich sehr für den Beruf empfohlen. Und das Wichtigste: Er zeigt auch echtes Inte­resse daran.“

Chef setzt auf ausgebildete Fachkräfte

Der Firmenchef schaut schon sehr genau hin, wen er sich von den Bewerbern als Auszubildenden auswählt. Denn Lehrlinge kosten der Firma eine ganze Stange Geld. Vor allem dann, wenn sie zur überbetrieblichen Ausbildung nach Magdeburg müssen. In der dreieinhalbjährigen Lehrzeit ist das insgesamt zwölfmal der Fall. „Aber für mich zählt vor allem, den Betrieb auch in der Zukunft am Laufen zu halten – und ohne ausgebildete Fachkräfte geht das nun mal nicht“, so Reiner Wolff. „Jeder Unternehmer weiß heutzutage, wie schwer es ist, Fachkräfte zu bekommen. In jeder Branche sind sie Mangelware.“ Aus diesem Grund wird in der kleinen Havelberger Elektrofirma Nachwuchs ausgebildet. „Etwa zehn Lehrlinge sind es bereits gewesen. In manchen Jahren gab es leider überhaupt keine Bewerbungen“, blickt Reiner Wolff zurück.

Sein aktueller Auszubildender Tom Hünemörder hat allerdings nicht nur das Zeug zu einem sehr guten Elektroniker. In seiner Freizeit ist er auch ehrenamtlich viel unterwegs. Und zwar mit seiner Bassgitarre. Denn er ist Mitglied der Kirchenband in Kamern. Mit Auftritten ist er zudem auch in Programmen des Kamernschen Karnevals-Klubs zu erleben.