Havelberg/Damerow l Hauptsächlich sind es mittlerweile verwilderte Katzen, die sich hier eine alte Scheune als Behausung auserkoren haben. „Es gab schon Beschwerden, weil die Tiere, wenn sie durchs Dorf streifen, gelbe Säcke aufreißen und sich deren Inhalt somit auf dem Weg und auf der Straße wiederfindet“, hatte Ortsbürgermeister Hans-Günther Rose (parteilos) jüngst auf der Sitzung des Ortschaftsrates Vehlgast-Kümmernitz informiert. Zudem würden sich die Katzen immer weiter vermehren – wohl auch aus dem Grund, weil eine Anwohnerin ihnen aus Tierliebe heraus immer was zum Fressen bringe.

An Ämter weitergeleitet

Eine Lösung müsse her, damit das Katzenproblem nicht weiter ausarte, so der Ortsbürgermeister. Das Veterinäramt in Stendal und das Ordnungsamt in Havelberg wurden informiert.

Suche nach Eigentümer

„Natürlich sind wilde Katzen auch immer ein Thema für das Havelberger Ordnungsamt“, reagierte Amtsleiter André Gerdel auf die Mitteilung aus Damerow. „Wir prüfen derzeit, wie sich die Eigentumsverhältnisse für das betreffende Grundstück darstellen, um mit dem Eigentümer dann, falls es noch einen gibt, gegebenenfalls Maßnahmen zur Gefahrenabwehr zu treffen. Wir raten außerdem ab, wilde Katzen zu füttern, denn das ist überhaupt nicht Sinn einer solchen Angelegenheit.“ Die regelmäßige Fütterung würde nur weitere wilde Katzen heranziehen und die Vermehrung weiter fördern.

Bilder

Katzen bitte weiter füttern

„Das ist ganz und gar nicht richtig“, findet der Wöplitzer Holger Schulz, der mit einigen wenigen weiteren ehrenamtlich Engagierten den Bundesverband Tierschutz in der Region vertritt. „Die etwa 20 Katzen müssen sogar weiter gefüttert werden. Das darf auf  keinen Fall verboten werden, damit die Tiere in der Scheune bleiben und vor Hunger nicht irgendwelchen Unsinn im Dorf anstellen. Außerdem ist das wichtig, damit sie sich nicht verstecken und somit eingefangen werden können. Wenn es nicht anders geht, auch mit Lebendfallen.“ Das Einfangen sei Voraussetzung für die Kastration durch einen Tierarzt, um eine weitere unkontrollierte Vermehrung der Tiere aufzuhalten. „Frau Dr. Bartels in Havelberg ist uns dabei eine wichtige und zuverlässige Partnerin.“

Holger Schulz bleibt dran

Holger Schulz hat sich der Katzen-Problematik in Damerow voll und ganz angenommen, „und zwar gleich, nachdem ich eine erste kurze Nachricht davon in der Zeitung gelesen hatte“.

Sieben Welpen in Pflege

Priorität dabei habe zunächst die Rettung der etwa sechs Wochen alten Welpen. Eines davon habe bereits halbverhungert und somit fast tot auf der Dorfstraße in Damerow gelegen. Dr. Christine Bartels sei es gelungen, das Leben des Kätzchens zu retten – zurzeit wird es von der Tierfreundin Margit Lemke bestens umsorgt und aufgepäppelt. „Sie hat gleich vier Welpen in ihre Obhut genommen“, freut sich Holger Schulz, bei dem sich nun zwei Kätzchen aus Damerow wohl fühlen. „Das siebte und letzte müssen wir noch aus Damerow holen“, erzählt er. „Anschließend sind dann nach und nach die Alttiere mit dem Einfangen und dem Kastrieren an der Reihe.“

Handzahm ist das Ziel

Die Welpen wollen er und Margit Lemke handzahm machen. „Das ist eine sehr mühevolle Arbeit“, erklärt Holger Schulz. „An meine beiden traue ich mich derzeit nur mit Handschuhen heran. Aber es wird ganz langsam.“ Margit Lemke kann zwei ihrer vier Kätzchen bereits kurz mit den Händen streicheln. Wenn die Tiere zahm sind, werden sie an Katzenfreunde vermittelt.