Havelberg l Mit einem lachenden und einem weinenden Auge hat die Erzieherin Brigitte (Gitti) Klemm den Havelberger Kindergarten „Zwergenland“ verlassen. Liebevoll wurde sie von ihrem Kollegenteam, den Kindern, dem stellvertretenden Bürgermeister An­dré Gerdel und Jugendzentrum-Chef Rolf Müller verabschiedet.

Empfang mit "Raketenstart"

Auf dem Spielplatz der Einrichtung, im Schatten der noch grünen Birken, wurde Gitti von den über 100 Kindern und dem Erzieherteam mit einem „Raketenstart“ empfangen. Die Leiterin des „Zwergenlandes“ Kerstin Hamann fand viele lobende und dankende Worte für die scheidende Erzieherin. „Du warst jetzt 45 Jahre im Dienste der Kinder tätig und bist ein ,Urgestein‘ im ‚Zwergenland‘. Mit vielen Kollegen hast du zusammengearbeitet und hunderten Kindern den Weg in die Zukunft geebnet. Du warst ein ,Pionier‘ der Abc-Gruppe, die du mit ins Leben gerufen hast und bist dann in die Bienen-Gruppe gegangen. Für deinen dritten Lebensabschnitt wünschen wir dir von ganzem Herzen alles Gute und viel Erholung“, so Kerstin Hamann. Vom gesamten Team überreichte sie dann eine „Überlebenstüte“, in der eine Freizeitzeitschrift, Kinderzeichnung, ihr Lieblingsgetränk Latte Macchiato, ihre Tasse und eine von Brigitte Klemm so geliebte Käseschnitte eingepackt waren. Lustige Lieder, obwohl alle traurig waren, dass Gitti geht, wie etwa: „Bist du glücklich, klatsche einfach in die Hand“, schlossen sich an.

Gründungsmitglied des Jugendzentrums

Rolf Müller bedankte sich ebenfalls bei Brigitte Klemm. „Du warst Kreistagsabgeordnete, im Stadtrat, im Reit- und Fahrverein, aber im Oktober 1993 auch Gründungsmitglied im Jugendzentrum und Vorsitzende unseres Fördervereins“, betonte er und überreichte ein Blumenpräsent.

Blumenpräsent von der Stadt

André Gerdel bedankte sich auch für die langjährige Kinderarbeit in den städtischen Kindereinrichtungen, übergab ein Blumenpräsent und fügte scherzhaft an: „Ich hoffe, dass Ihr Mann jetzt jeden Morgen das beliebte Käsebrot serviert“. Alle Kinder und Erzieher verabschiedeten sich mit der Übergabe einer Rose bei ihrer lieben Gitti – bei über 100 musste sie da schon mal einige zur Seite legen –, die sich riesig über die tollen Gesten freute. Mit einem Glas „Kindersekt“ wurde auf den Abschied angestoßen und zum Abschluss gab es das Lieblingslied von Gitti. Über den Spielplatz hallte Peter Maffays „Ich wollte nie erwachsen sein“, das beliebteste Lied von seinen Tabaluga-Alben, und alle sangen mit.

Computerkurs als nächstes

Aber was macht Gitti jetzt als Ruheständlerin? Ist jetzt Füße hochlegen angesagt? „Auf keinen Fall! Als erstes werde ich mich um einen Computerlehrgang bemühen. Und dann sind ja da noch die 13 Enkel, die zu unserer Patchworkfamilie gehören, unser großer Garten in Wöplitz, wo wir wohnen, Sporttreiben und Kurzreisen mit meinem Mann. Ich liebe die Ostsee über alles“, gesteht Brigitte Klemm. Und natürlich soll der Kontakt zum „Zwergenland“ auch weiter gepflegt werden.