Vehlgast-Kümmernitz l Denn dann geht es nachmittags zum Kaffee- und Klöntreff ins Dorfgemeinschaftshaus nach Damerow. Jürgen und Marianne Kretschmann halten die Teilnehmer als Organisatoren der Veranstaltungen bei Laune. „Wir versuchen immer, für Abwechslung zu sorgen“, sagt Jürgen Kretschmann, der vor gut drei Jahren die Seniorenbetreuung in der Ortschaft ehrenamtlich von Isabell Schütze übernommen hat. „Die Treffs sind eine ausschließlich private Angelegenheit, alles was wir machen, finanzieren wir selbst“, erklärt er. Zuletzt war das zum Beispiel ein Schiffsausflug von Neuruppin nach Boltenmühle. Und auf der Zusammenkunft im laufenden Monat – ausnahmsweise mal am zweiten Donnerstag im Monat – wurde schon über die gemeinsame Weihnachtsfeier und das mögliche Programm dafür gesprochen. Auch über den Termin war sich die Runde bereits einig: am 5. Dezember. Für die Organisation von Fahrten und für die Buchung von Unterhaltern, wie zum Beispiel zur Weihnachtsfeier, ist übrigens Marianne Kretschmann, die auch die Kasse hütet, zuständig. „Wir praktizieren immer Gemeinschaftsarbeit“, so Ehemann Jürgen Kretschmann.

Kaffeetafel zum Auftakt

Die Treffen im Dorfgemeinschaftshaus beginnen immer mit einer Kaffeetafel, zu der jeder Teilnehmer – Petra Bauer als Jüngste ist 64 Jahre alt, Werner Schönemann als Ältester ist 92 Jahre – abwechselnd etwas beiträgt. „Das geht bei uns immer rundherum“, beschreibt es Jürgen Kretschmann.

Austausch von Altem und Neuem

Danach werden Neuigkeiten ausgetauscht, privater Natur, aber auch solche, die die Dörfer in der Ortschaft betreffen. Altes und Neues. Das ist ein wichtiges Anliegen des monatlichen Treffs. „Sonst sehen wir uns ja höchstens mal beim Einkaufen in Havelberg“, heißt es.

Autos ordentlicher abstellen

Das Interesse der Senioren an allem, was in Kümmernitz, Waldfrieden, Klein-Damerow, Damerow, Vehlgast und auch in der Siedlung Wendisch Kirchhof passiert, ist groß. Zum Beispiel bei Waltraud Schönemann. Die 86-Jährige ist ein Klein-Damerower Original. „Ich schlafe immer noch in dem Zimmer, in dem ich geboren wurde“, erzählt sie. „Was mich stört ist, dass in Vehlgast immer so viele Autos mitten auf der Straße stehen, wenn es Veranstaltungen in der Kirche gibt. Wenn die Besitzer ein paar Meter mehr laufen würden, könnten sie ihre Autos auch geordneter abstellen.“ Waltraud Schönemann hilft oftmals, Veranstaltungen in der Kirche abzusichern.

Es gibt kein Rittergut Waldfrieden

„Ich finde es auch nicht gut, dass immer vom Rittergut Waldfrieden gesprochen wird. Das ist einfach nur falsch. Waldfrieden war nie ein Rittergut, sondern immer nur ein Waldgut. Ein Rittergut dagegen hat es aber früher in Damerow gegeben.“

20 Jahre in der Singegruppe

Gerne erzählt Waltraud Schönemann auch von der Plattdeutsch-Singegruppe in Havelberg, der sie seit 20 Jahren angehört. „Früher wurde in meiner Familie viel Platt gesprochen. Deshalb pflege ich das auch heute noch.“

Jeden Tag eine Runde mit dem Rad

Jeden Tag eine etwa acht Kilometer lange Runde auf dem Deich fährt Rosel Kleiner aus Wendisch Kirchhof über Damerow. Der Seniorentreff hier einmal im Monat ist für sie ein unbedingtes Muss. „Man sieht sich ja sonst nicht“, begründet sie. „Und das, obwohl ich schon über 50 Jahre lang hier wohne.“ Das Fahrrad ist ihr liebstes Fortbewegungsmittel in der Umgebung von Wendisch Kirchhof. „Es hält mich gesund und fit.“

Sportgruppentreff wird vermisst

Inge Panier (81 Jahre) aus Waldfrieden vermisst den Sportgruppentreff, den es vor Jahren einmal im Dorfgemeinschaftshaus gegeben hat. „Da würde ich auch heute noch mitmachen.“ Als „Ersatz“ dafür hat sie sich den monatlich einmal stattfindenden Tanz im Gasthaus Mühlenholz in Havelberg ausgesucht. „Den finde ich so toll. Da kann ich mich mal richtig austoben, und außerdem hält mich das Tanzen fit“, findet sie.

Kulurelles Dorf Waldfrieden

„Waldfrieden ist ein recht kulturelles Dorf geworden“, freut sich Inge Panier. Sie zählt die Dorffeste – das nächste wird für den 3. August vorbereitet –, die Flohmärkte und die Konzerte in der kleinen Kapelle und im Schloss auf, die dazu beitragen. Die ersten Dorffeste, die „überraschend gut besucht waren“, habe sie mit angekurbelt; jetzt leiste sie als fleißige Kuchenbäckerin immer ihren Beitrag dazu.

Straße hat Ausbesserung nötig

Wenn die Seniorenrunde im Damerower Dorfgemeinschaftshaus komplett ist, gehören auch fünf Männer zu ihr. Einer davon ist Bernd Staedler aus Damerow. „In Kümmernitz hat die Straße gerade einen neuen Belag bekommen. Ich finde es schade, dass das Stück von hier bis zu den Abzweigen nach Voigtsbrügge und Vehlgast nicht auch gleich mitgemacht worden ist. Dieser kleine Abschnitt hat eine Ausbesserung unbedingt nötig“, ist seine Meinung. Allerdings ist für die eine Straße die Landesstraßenbaubehörde und für die andere die Kreisstraßenmeisterei zuständig. Was alles erklärt.