Havelberg l Khaled und Abdulkadir sind mit der Kantenfräse im Gange. Die Kanten des Brettes sollen fein angeschliffen werden, damit sich niemand daran verletzt. Die beiden Jugendlichen gehören zu den Teilnehmern des Workshops, zu dem im Rahmen des Projektes „À table“ (auf Deutsch: zu Tisch) am Wochenende in die Old School auf der Havelberger Stadtinsel eingeladen wurde. Mahmoud und Ahmed verbinden erste Teile durch Leim miteinander. Die Jungs aus Somalia, Syrien und Saudi-Arabien leben im DRK-Heim für unbegleitete jugendliche Flüchtlinge „Am Fuchsbau“ in Havelberg und freuen sich über dieses handwerkliche Angebot.

Für die Veranstaltungsreihe hat der Bildungsverbund Handwerk Altmark in Havelberg die Trägerschaft übernommen, erklärt Bernhard Maslow. Sie wird für ein Jahr durch die Kulturstiftung des Bundes mit 20.000 Euro gefördert. Verschiedene Projekte sind geplant.

Ins Leben gerufen wurde „À table“ von der Künstlerin Ursula Achternkamp, die sich die Sanierung und öffentliche Nutzung des alten Schulgebäudes neben dem Erlebnispädagogischen Centrum ELCH vorgenommen hatte. Nachdem sie Havelberg verlassen hat, wird das Konzept nun überarbeitet und es werden auch neue Künstler gesucht. Nächste geplante Vorhaben sind ein Tanzworkshop und ein Lichtprojekt, berichtet Bernhard Maslow.

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Architekt half den Jugendlichen

Für den ersten Workshop wurde Architekt Florian Hallmann gewonnen, der mit den Jugendlichen aus Sperrholzplatten Regale baute. Dafür wurden fünf für Havelberg typische Giebeltypen von Häusern als Grundlage genommen. Und so bauten die Teilnehmer die Regale in den Stilen Gotik, Mansarde, Bauhaus, Renaissance und Twenties. Erfahrungen bringt der Havelberger aus seiner Zeit in Zürich mit, wo er einen Plattenmöbelbaukurs für Leute anleitete, die selbst Möbel bauen wollen.

Verwendet werden zugeschnittene Sperrholzplatten, die durch ihre beschichtete Oberfläche nicht mehr groß bearbeitet werden müssen. Die Regale sollen im neu entstandenen Veranstaltungsraum im Erdgeschoss der Oldschool stehen und zum Beispiel für Ausstellungen dienen.

Die Philosophie von „À table“ ist, Leute einzuladen und zu den verschiedenen Themen ins Gespräch zu kommen. Und so kamen am Sonntag an die 30 Leute zusammen, um bei einem Frühstück die Ergebnisse des ersten Workshops kennenzulernen und darüber zu sprechen.