Havelberg l Jede der elf Abteilungen des SV 90 hat sich in Wort und Bild auf Tafeln vorgestellt. Vereinsvorsitzende Sabine Pyritz berichtete Sachsen-Anhalts Minister für Inneres und Sport Holger Stahlknecht (CDU) am Mittwoch bei der ersten Station seines Besuches von den vielfältigen Aktivitäten in dem 330 Mitglieder zählenden Sportverein. Und auch etliche der Abteilungsleiter waren ins Vereinsheim in der Amtstorstraße gekommen, um den Gast willkommen zu heißen. Er wurde begleitet vom Landtagsabgeordneten Chris Schulenburg (CDU). Bürgermeister Bernd Poloski war ebenfalls dabei.

Der Besuch des Innenministers wird von den Vereinen – Wassersportverein und Ruderriege waren weitere Stationen – vor allem als Würdigung des Ehrenamts wahrgenommen. Doch hatte er außerdem noch einen Fördergeldbescheid für den SV 90 mitgebracht. Gut 43.000 Euro sind für die Dach- und Fassadensanierung am Saalanbau gedacht. Dass es durchaus noch einige Mitglieder mehr sein könnten, die im Verein trainieren, sagte Sabine Pyritz. Denn für den Vorschulsport mit 17 Mädchen und Jungen im Alter von vier bis sechs Jahren gibt es eine Warteliste mit 20 Kindern. Leider fehlt es an mindestens einem weiteren Übungsleiter.

Dass die Nachwuchsförderung sehr gut funktioniert, berichtete Rolf Müller von den Leichtathleten des SV 90. Unter dem Titel „Schule und Sport“ werden Arbeitsgemeinschaften in Grundschule und Gymnasium angeboten und so neue Interessierte für den Verein gefunden. Er berichtete auch von den erfolgreichen Teilnahmen Havelberger Leichtathleten bei diversen Meisterschaften und der Delegierung von 20 Sportlern zur Sportschule in Magdeburg in den vergangenen 25 Jahren. Ein Problem stellt die Entfernung dar. Große Wettkämpfe finden meist in Halle, Magdeburg und Dessau statt. „Mit der Abfahrt um 6 Uhr in Havelberg haben unsere jungen Sportler dann schon ihr erstes Handicap gemeistert.“

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Auch fürs Kegeln wird um Nachwuchs geworben. Die 3. und 4. Klassen werden zum Schnupperkegeln eingeladen. Erfreulich ist es aus Sicht von Sabine Pyritz zudem, dass auch in der Abteilung Schach Kinder mitmachen.

Bürgermeister Bernd Poloski hob die Leistungen der Sportvereine hervor, die für alle Altersgruppen sportliche Betätigung anbieten und die unterschiedlichen Interessen unter einen Hut bringen. „Das ist beeindruckend.“ Zudem lobte er die Aktivitäten der Sportler, die Vereinsheime zu erhalten und zu sanieren. Viele Stunden Freizeit werden dafür verwendet. Die Stadt hat mit allen drei Vereinen eine Erbbaupacht vereinbart. Die Betriebskosten übernehmen die Vereine selbst. Geht es um Eigenanteile bei Fördergeldern, unterstützt die Stadt. Eine pauschale Vereinsförderung gibt es nicht. Eine gute Lösung, wie der Innenminister sagte.

Für den Wassersportverein brachte er einen Fördergeldbescheid über knapp 46.000 Euro mit. Ein alter Bungalow soll abgerissen und dort ein Sporttrakt mit sanitären Einrichtungen entstehen, berichtete Vereinsvorsitzender Herbert Luksch. Das erleichtert nicht nur die Trainingsarbeit für die hiesigen Mitglieder und die Rheumaliga, sondern sichert auch für die Zukunft, dass andere Vereine, Sportschulen oder SOS-Kinderdorf weiterhin gern nach Havelberg zu Ferienfreizeiten kommen.

Am Dienstag hatte Holger Stahlknecht bereits den Geschichtskreis und Marionettenbühne in Briest besucht und sich begeistert gezeigt von dem Engagement der Mitglieder für den Erhalt der romanischen Kirchen dort. Die Puppenspieler bedankten sich mit einem Märchenmix für den Besuch.