Garz l Erst seit April des letzten Jahres befasst sich die Strodehnerin Heike Gottberg mit der Reliefkunsttechnik. Trotz der relativ kurzen Zeitspanne hat die Autodidaktin ihre Technik inzwischen perfektioniert – nachdem sie allerhand Lehrgeld zahlen musste. Ihre Werke sind seit Sonnabend im Kulturstall auf den Garzer Havelhöfen zu sehen – sicherlich ein Blickfang in jeder Wohnung.

Zur Vernissage hatte sich zahlreiche Interessenten im Kulturstall eingefunden. Marion Bernicke-Pérez Castilleja, die Freundin der Künstlerin, eröffnete die Ausstellungseröffnung mit einem kurzen und teils humorvollen Rückblick. Heike Gottberg sei eine „verrückte Nudel“, welche in Berlin aufwuchs und bis 2005 als Pädagogin im Prenzlauer Berg tätig war. Dort sind auch die Ursprünge für ihre Kreativität zu finden, sie befasste sich unter anderem mit Siebdruck und schuf aus alten Dingen Neues.

Reisen nach Südamerika

Bereichert wurde ihre kreative Ader durch Reisen wie nach Indien, Honduras oder Mexiko. Die gelernte Heilpädagogin und Sozial-Fachwirtin war danach bis 2016 auf Sylt als Leiterin einer Jugendeinrichtung tätig, hier blieb allerdings wenig Zeit für ihre Kreativität.

Bilder

Seit 2016 wohnt sie nun schon in Strodehne im brandenburgischen Havelland – auf Auszeit. Hier experimentiert sie seitdem mit Farben und Formen, Naturmaterialien wurden in zementgebundene Werkstoffe eingearbeitet. Echsen und Muscheln kennzeichneten ihre Erstlingswerke, auch sie sind in Garz zu sehen.

Viele Reliefs benötigten etliche Tage, bis die Künstlerin mit ihrem Werk zufrieden war. Der Trend ging hin zur Sonne, sie soll Licht in die Räume ausstrahlen. Die Reliefs wurden gewachst, besprüht, poliert, lackiert, geschliffen – oft wurden Arbeitsschritte wiederholt, bis endlich alles perfekt war. Nachahmen lohnt also nicht – viel zu aufwendig.

Als Überraschung hatte Marion Bernicke-Pérez Castilleja eines der Erstlingswerke von Heike Gottberg nach Garz mitgebracht – es ziert seitdem ihre Schlafstube.

Die Freundin war es auch, welche den Kontakt nach Garz vermittelt hatte. Denn im Vorjahr hatte sie hier ihre Naturaufnahmen von der Havellandschaft ausgestellt. Heike Gottberg bedankt sich auf diesem Weg bei allen, die bei der Vernissage geholfen haben.