Havelberg l 155.000 Euro wären das Mindeste gewesen, das die Wohnbau mit dem Verkauf von drei Wohngrundstücken hätte erzielen wollen. Doch die Winterauktion des Auktionshauses Karhausen in Berlin hat einen Erlös von 335.000 Euro erbracht – 180.000 Euro mehr als erhofft. „Wir sind natürlich überglücklich, dass die Auktion so positiv verlaufen ist. In den vergangenen Wochen haben wir viele Besichtigungstermine mit Interessenten aus ganz Deutschland wahrgenommen. Das Interesse an Objekten in Havelberg und an der Region war überwältigend. Wir haben viel positiven Zuspruch erfahren. Die Interessenten haben regelmäßig zum Ausdruck gebracht, dass wir es sehr schön haben in Havelberg“, sagt Sebastian Horn, Geschäftsführer der Havelberger Stadtwerke, zu der die Wohnbau GmbH gehört.

Damit bekommen in Havelberg das Mehrfamilienhaus in der Amtstorstraße 5 und in der Lehmkuhle 7 sowie der Vierseitenhof in der Dorfstraße 20 im Haveldorf Nitzow neue Eigentümer. Die Wohnungen sind fast alle vermietet.

Für die Amtstorstraße 5 nahe dem Dom mit vier Wohnungen – das Areal wurde früher mal als Gefängnis genutzt – lag das Mindestgebot bei 75.000 Euro. Erzielt wurde mit 155.000 Euro mehr als das Doppelte. Für die Lehmkuhle 7 mit drei Wohnungen wurden mindestens 38.000 Euro erwartet. Für 93.000 Euro hat das Haus einen neuen Käufer gefunden.

Investitionen in den Kernbestand geplant

Der Vierseitenhof in Nitzow mit drei Wohnungen sollte mindestens 42.000 Euro in die Kasse der Wohnbau bringen. Erzielt wurde ein Kaufpreis von 87.000 Euro.

Aufmerksam geworden war Sebastian Horn auf das Auktionshaus durch die Versteigerung eines Grundstückes im Havelberger Birkenweg, bei der bei einem Mindestgebot von 35.000 Euro ein Kaufpreis von 152.000 Euro erzielt worden war. Mit Blick darauf, dass die Wohnbau für Investitionen in den Bestand Geld benötigt, schaute er sich die Herbst­auktion an und war angetan. Es gab mehrere Gespräche in den Gremien der Wohnbau und es wurde die Entscheidung getroffen, drei Wohngrundstücke zum Verkauf anzubieten.

Wie berichtet, hat die Wohnbau GmbH ein Konzept erarbeitet, wie sie sich in Zukunft aufstellen will. Dazu gehört, den Kernbestand mit Wohnungen vor allem im Domgebiet, auf der Stadtinsel sowie im „Neubaugebiet“ aufzuwerten. Für die dafür erforderlichen Investitionen wird Geld benötigt. Auch über das Kerngebiet hinaus soll investiert werden. Mit dem Geld aus der Versteigerung erhält die Wohnbau einen ordentlichen Grundstock. „Die Einnahmen aus den Verkäufen fließen eins zu eins in den Bestand, um die Attraktivität des Wohnraums zu steigern“, sagt Sebastian Horn. Dabei ist die Prämisse, weiterhin guten und bezahlbaren Wohnraum anzubieten.

Ob sich die Wohnbau nach der erfolgreichen Premiere an weiteren Auktionen beteiligen wird, könne er derzeit noch nicht sagen, so der Geschäftsführer.