Havelberg l „Ich liebe Kinder, ich möchte unbedingt Kindergärtnerin werden. Vielleicht auch Tierärztin“, sagt Selina Seidlitz, als sie am Mittwoch mit ihrer Klasse 7a beim Tag der offenen Tür die Berufsbildungsakademie Altmark (BBA) kennenlernt. Mit Finnja Heckeroth, die ebenfalls später einen Beruf mit Kindern oder Tieren erlernen möchte, nimmt sie an einem Test zu Computerwissen teil. Eines von vielen Angeboten, die die Mitarbeiter der Akademie, die sich im Gewerbegebiet Nord in Havelberg befindet, für diesen Tag vorbereitet haben. Anlass war der bundesweite Tag der Bildung.

Die drei 7. Klassen der Sekundarschule „Am Weinberg“ nutzen den Tag der offenen Tür, um sich über die Angebote der BBA zu informieren. Sie ist Kooperationspartner der Schule, wenn es um die Berufsorientierung geht. Die Siebtklässler bekommen einen dicken Ordner überreicht. Der Berufswahlpass wird sie bis zur 10. Klasse begleiten. Nach den Winterferien lernen die Schüler im zweiten Halbjahr die einzelnen Bereiche der BBA kennen, um in Berufe hineinzuschnuppern.

„Wir bieten hier für jedes Alter Möglichkeiten zur Bildung an“, berichtet BBA-Chef Henning Peters. Holz, Metall, EDV/Computer, Gastronomie und Einkauf sind Bereiche, die dafür zur Verfügung stehen. Egal, ob man sich als Schüler erst einmal in einem Berufsfeld ausprobieren möchte, oder sich als Erwachsener weiterbilden oder umschulen möchte – die Vielfalt ist groß.

Bilder

Davon berichtet auch Sozialpädagogin Nancy Mühlenberg im Gespräch mit der Volksstimme. Für die Jüngsten im Grundschulalter bis zur 10. Klasse ist das Lerncenter gedacht, in dem die Schüler im Gruppen- oder Einzelunterricht in den Fächern gefördert werden. Eltern oder Lehrer stellen den Förderbedarf fest. Beim Lerntypentest wird geprüft, welche Förderung die beste ist, die dann individuell koordiniert wird.

Computerkurse für Senioren

„Dabei achten wir auch darauf, dass Schüler aus den Dörfern so zum Unterricht kommen, dass sie anschließend ihren Bus nach Hause noch erreichen“, erklärt Nancy Mühlenberg. In der Grundschule Klietz ist das Lerncenter bei Bedarf direkt vor Ort.

Für die 7. und 8. Klassen der Sekundarschule gibt es seit vielen Jahren die Berufsorientierung Brafo. Hier probieren sich die Schüler in den Werkstätten in den Tätigkeitsfeldern aus. Für benachteiligte Jugendliche gibt es ebenfalls Ausbildungsangebote. Zudem können junge Leute über die Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme BVB ihren Schulabschluss nachholen. „Im vergangenen Schuljahr haben wir hundert Prozent erreicht, das heißt, alle Teilnehmer erhielten ihren Hauptschulabschluss.“ Ein Weg zum Berufsabschluss ist die Stufenausbildung. Hier können die Teilnehmer zum Beispiel zunächst ihren Abschluss als Verkäufer absolvieren und bei Interesse im Anschluss als Einzelhändler. Auch für Menschen, die sich etwa nach einer Krankheit beruflich neu orientieren müssen, gibt es Angebote. Außerdem Fort- und Weiterbildungen sowie Umschulungen. Für Senioren sind PC-Schulungen möglich.

Die Besucher der BBA konnten mit Leuten sprechen, die die Bildungsangebote nutzen. So absolviert Karsten Mewes aus Mahlitz derzeit einen zweiwöchigen Lehrgang zum Erstellen von Bewerbungen am PC. Er hat zuletzt in der Versorgung für die Flüchtlinge in Klietz gearbeitet und könnte sich vorstellen, künftig etwa im Transportbereich zu arbeiten. Bisher hat er seine Bewerbungen per Hand geschrieben. Schon seit gut drei Jahren absolviert Fabian Matuszek den berufspraktischen Teil seiner Ausbildung zum Konstruktionsmechaniker in der BBA in Havelberg. Im Dezember hat er seine Abschlussprüfung und hofft, danach einen guten Arbeitsplatz zu finden.

Mit Waffeln, Bratwürsten und Getränken war für das leibliche Wohl der Besucher gesorgt. Die Spenden daraus sollen einem guten Zweck zugute kommen.