Schönhausen l „Das ist ein positives Signal“, freut sich Verbandsbürgermeister Bernd Witt, dass nun Bewegung in die Sache kommt. Ganz uneingeschränkt ist die Freude allerdings nicht. „Vorzeitiger Maßnahmebeginn heißt nicht, dass unser Antrag auf Fördermittel aus dem Stark-III-Programm tatsächlich genehmigt ist. Wir gehen also bei der weiteren Planung erneut ein finanzielles Risiko ein. Aber wir würden wohl diese Zusage nicht bekommen, wenn hinter der endgültigen Zusage noch ein Fragezeichen steht.“ Am vergangenen Freitag hat die Verwaltung die letzten Unterlagen zusammengestellt, die vom Landesbetrieb für Bau- und Liegenschaftsmanagement (er nimmt die fachliche Prüfung aller Anträge vor) gefordert waren. „Nun ist hoffentlich alles komplett und wir bekommen die Zusage zeitnah.“

Im Frühsommer könnte es losgehen

Mit dem vorzeitigen Maßnahmebeginn für den Bau des Kindergartens und den Umbau des dann leerstehenden Gebäudes zum Hort kann die Verwaltung – auch wenn das Restrisiko bleibt – nun tätig werden. „Bisher gab es ja nur eine Entwurfsplanung, die allerdings auch schon sehr umfangreich war. Nun müssen sämtliche Planungsunterlagen auch baurechtlich vorbereitet werden, wofür mehrere Büros zu beauftragen sind.“ Bernd Witt hofft, dass bis spätestens Ende des Jahres alles zusammengestellt ist, so dass die Unterlagen für die Baugenehmigung im Stendaler Amt eingereicht werden können. „Wenn die Genehmigung zügig erfolgt, können wir ausschreiben und im Sommer mit den Bauarbeiten beginnen“, so der Zeitplan. „Der Druck ist groß. Denn es bleibt dann nur noch ein Jahr Zeit. Und so ein großes Projekt umzusetzen, ist weitaus aufwendiger als ein Einfamilienhaus.“

Beides in einem Jahr nicht zu schaffen

Von den ursprünglichen Plänen, beide Projekte bis zum 1. September 2018 zu realisieren, hat sich der Bürgermeister bereits verabschiedet. „Wir können froh sein, wenn der Kindergarten bis dahin fertig ist. Der Umbau des jetzigen Kindergarten-Neubaus zum Hort mit temporärer Nutzung als Schule, um genug Platz auch für die Wuster zu haben, ist nicht zu schaffen.“ Wie man dann verfährt, müsse man sehen. Am liebsten wäre dem Bürgermeister natürlich, wenn die Ausnahmeregelung für Wust dann noch einmal verlängert wird, „das bleibt abzuwarten, wir werden eine praktikable Lösung finden“.

Noch etwas verhalten ist die Freude im „Spatzennest“. Erst wenn der erste Spatenstich erfolgt, hat man ein Ziel vor Augen. „Wir wünschen uns sehr, dass die Planungen und Genehmigungen nun rasch voran gehen“, erklärt die Vorsitzende des Elternkuratoriums, Caro Giese, die sich stellvertretend für alle Eltern der über 130 Kinder über den vorzeitigen Maßnahmebeginn freut.

Vorfreude auf den Tag, an dem Bagger anrücken

Das trifft auch auf die Erzieherinnen zu, die nach dem langen Auf und Ab seit den ersten Modernisierungsplänen vor etlichen Jahren nun endlich auf Taten hoffen. „Wir können es kaum erwarten, zusammen mit den Kindern zu sehen, wie die Bagger anrollen und das neue ,Spatzennest‘ entsteht“, wünscht sich die Leiterin Anja Marschall-Skuppin, in die Gestaltung des Hauses einbezogen zu werden. „Wir haben so viele Ideen, die wir mit einem neuen Konzept und den entsprechenden räumlichen Bedingungen endlich umsetzen können.“ Auch wenn noch weitere Monate ins Land ziehen, bis tatsächlich auch für die Kinder etwas sichtbar wird, so sind die „Spatzen“-Erzieherinnen nun wieder zuversichtlich, bald ein Nest zu haben, in dem sich die Kinder wohl fühlen und für das Leben lernen.

Der Neubau des Kindergartens kostet unter Berücksichtigung aller im Förderprogramm geforderten Bestimmungen vor allem im energetischen Bereich 3,4 Millionen Euro, der Umbau des vorhandenen Hauses zum Hort 1,5 Millionen Euro.