Havelberg/Klietz l Ab diesem Jahr soll vermehrt in den Trinkwasser- sowie den Abwasserbereich investiert werden, informierte Stadtwerkeleiter Sebastian Horn vor kurzem auf der konstituierenden Sitzung des TAHV in Klietz. Die Havelberger Stadtwerke erledigen in dessen Auftrag die laufenden Geschäfte des Zweckverbandes.

Die Krux auch hier: Die Bau- und Materialpreise steigen seit Jahren kontinuierlich an. Damit sinnvoll in den Bestand investiert werden kann, müsse dieser mit geeigneten technischen Methoden, wie der Kanaluntersuchung mittels Kamera, analysiert und dann der Bedarf ermittelt werden.

Leitung in Havelberg im Plan

Beim Trinkwassernetz ist dieses Jahr unter anderem die Sanierung des Abschnittes zwischen der Ecke Birkenweg/Mühlenweg und der Firma Lati geplant. Hier hatte es schon mehrfach Rohrbrüche gegeben, die Arbeiten sollen voraussichtlich im Sommer erfolgen. Eingeplant sind dafür laut Plan 85 000 Euro.

Für die Rekonstruktion des Leitungsnetzes in der Sandauer Schleusenstraße stehen 175 000 Euro zur Verfügung. Zwischen Rathaus und Tankstelle waren hier ebenfalls mehrfach Rohrbrüche aufgetreten. Diese Arbeiten können aber erst nach Beendigung des Straßenbaus beginnen. Natürlich werden auch im Zuge des Baus der Ortsdurchfahrt Leitungen ausgewechselt, dafür sind 80 000 Euro eingeplant.

Rohrbrüche hatte es vermehrt auch im Ortsteil Toppel gegeben. Hier soll der Abschnitt im Altdorf zwischen den Grundstücken Nummer 5 und 13 für geplante 90 000 Euro erneuert werden. Gebaut wird hier voraussichtlich ebenfalls im Sommer.

Kanal im Havelberger Lindenweg ist im Bau

Weitaus mehr Geld, insgesamt 1,25 Millionen Euro, sollen in den Abwasserbereich fließen. Größter Posten ist hierbei mit 770 000 Euro die Erneuerung des Mischwasserkanals in der östlichen Oberstadt von Havelberg, unter anderem in der Cothenius- und Pestalozzistraße sowie in der Karl-Liebknecht-Straße. Erfolgen sollen die Arbeiten sowohl in diesem als auch im kommenden Jahr.

Für die Teilrekonstruktion des Mischwasserkanals im Havelberger Lindenweg (hier befindet sich zugleich das Wassergewinnungsgebiet des Verbandes) wurden 143 000 Euro als Kostenanpassung eingestellt. Das Vorhaben war 2019 öffentlich ausgeschrieben worden, doch hatte die eingeplante Summe nicht ausgereicht. Die Differenzsumme wurde mit im neuen Wirtschaftsplan eingestellt, nachdem dieser beschlossen wurde, erfolgte die Beauftragung der Firma Buchheister aus Genthin. Die Arbeiten begannen Ende Januar, verlegt wird der Kanal teils im gesteuerten Bohrvortrieb. In diesem Bereich – zum Beispiel am Freibad und am Wasserwerk – ist der Mischwasserkanal nur 200 Millimeter stark, bei der offenen Bauweise sind es 400 Millimeter.

Baupreise steigen und steigen

Eine Kostenanpassung in Höhe von 21 000 Euro musste auch für die Umverlegung des Schmutzwasserkanals im Vorfeld des KITA-Neubaus in Schönhausen erfolgen. Die Ausschreibung ist inzwischen erfolgt.

Für die Reinigungsanlage des Regenrückhaltebeckens am Hauptpumpwerk in der Havelberger Bahnhofstraße sind für dieses Jahr 80 000 Euro eingeplant. Bei der Entleerung des Beckens sollen nämlich die Inhaltsstoffe des Abwassers künftig hydraulisch in der Schwebe gehalten und dann der Kläranlage zugeführt werden.

Für alle Eventualitäten kann der Verband allerdings nicht vorsorgen: So gab es in Havelberg im Vorjahr am 12. und am 29. Juli Starkregen, wobei innerhalb kurzer Zeit in der Oberstadt bis zu 60 Liter Wasser auf einen Quadratmeter herabregneten. Dadurch kam es in der Kanalisation zum Rückstau, etliche Keller wurden vor allem in der Thomas-Müntzer-Siedlung überflutet.

Zu dem Thema habe man sich bereits mit den Großvermietern getroffen. Auch der TAHV will seine Möglichkeiten dazu nochmals überprüfen und neuralgische Punkte verbessern. Doch haben die Kunden des Verbandes auch gewisse Pflichten, ihr Eigentum selbst zu schützen. Zum Beispiel mittels Einbau einer Rückstausicherung.