Klietz l  Seit dem 20. Februar wird das Abwasser der Klietzer sowie aus der Bundeswehrkaserne hier schon geklärt, informierte Anja Asche, Betriebsingenieurin bei den Stadtwerken, welche die Arbeit des TAHV in dessem Auftrag erledigen.

Derzeit erledigen die Arbeiter der Havelberger Baufirma HTI letzte Arbeiten an den Außenanlagen, bringen Muttererde auf oder fegen Sand in die Pflasterfugen. Die lange Frostperiode hatte die Arbeiten etwas verzögert, man liegt aber im Zeitplan. Ende Mai soll alles komplett fertig sein. Zu 65 Prozent wurde das Vorhaben mit Landesgeldern gefördert.

230000 Euro für Trinkwasserversorgung

In diesem Jahr will der TAHV insgesamt 230 000 Euro in die Trinkwasserversorgung investieren. Davon sind 30 000 Euro für neue Leitungen vorgesehen und 40 000 Euro für neue Hausanschlüsse – um zum Beispiel alte Bleirohre zu ersetzen. In der Nähe des Schönhauser Bahnhofes, am Graben neben der Bahnlinie, muss für 50 000 Euro ein Teilstück der von Klietz kommenden Trinkwasserleitung ersetzt werden. Und im Havelberger Mühlenweg werden im Zuge des Straßenbaus zwei alte durch eine neue Wasserleitung ersetzt – wofür 90 000 Euro eingeplant sind.

Naturgemäß ist weitaus mehr Geld im Abwasserbereich vonnöten, da hier unter anderem auch der Verschleiß größer ist. Der TAHV plant für 2018 dafür 801 000 Euro ein. Pauschalen sind dabei wie schon immer für neue Schächte, Hausanschlüsse und Kanäle eingeplant, ebenso für den Ersatz verschlissener Pumpen oder für mobile Geräte wie Kompressoren oder Messtechnik. Für die Rekonstruktion der Anlagen sind im Wirtschaftsplan 70 000 Euro eingestellt, unter anderem für neue Siebrechen oder Belüftungstechnik.

Ein Posten heißt „Nachaktivierung Leitungsrechte“: Hier erhalten Grundstücksbesitzer eine Entschädigung, falls eine Leitung über ihr Privatgrundstück verlegt werden muss.

Neuer Kanal für Mühlenweg

Für den neuen Mischwasserkanal im Havelberger Mühlenweg stehen 190 000 Euro bereit, für den Abwasserkanal für die neue Tagesstätte in Schönhausen 65 000 Euro.

Erneut im Plan steht die Erneuerung des Mischwasserkanals in der Weinbergstraße und dem Bischofsberg in Havelberg als Hochwasserschadensbeseitigung. Die Ausschreibung im Vorjahr musste aufgehoben werden, da die Firmen weitaus teurere Angebote unterbreitet hatten. Entsprechend mussten auch mehr Fördermittel beantragt werden, die Zusage traf inzwischen ein. Entsprechend will der TAHV möglichst noch in diesem Jahr mit der Investition starten.

Ein weiteres Flutschadens-Projekt ist die Bahnhofstraße in Havelberg, wo dieses Jahr die Ausführungsplanung erstellt wird. Der marode Kanal wird mit Hilfe von Schlauchlinern saniert, welche über die Schächte eingeführt werden und den Kanal von innen abdichten. Die Herausforderung hierbei ist, dass es der Hauptkanal von Havelberg ist und die Abwasserströme während der Reparatur abschnittsweise umgeleitet werden müssen.

Eine weitere Herausforderung für alle Wasserwirtschaftler ist die neue Klärschlammverordnung. Nun wird für 80 000 Euro ein Projekt erarbeitet, welches klären soll, welche Investitionen künftig dazu nötig werden: Ist zum Beispiel eine zentrale Deponie nötig oder muss der Klärschlamm vorentwässert werden? Denn die Ausbringung des in den Kläranlagen anfallenden Schlammes wird mit der neuen Verordnung zeitlich noch mehr begrenzt, zudem werden die Flächen, auf denen der Schlamm ausgebracht werden darf, weiter eingegrenzt.