Havelberg l Nachdem der Ausschuss des Trinkwasser- und Abwasser-Zweckverbandes Havelberg TAHV in Klietz den Empfehlungen eines externen Kalkulators gefolgt war, stimmte den geänderten Entgelten auch die Verbandsversammlung zu. Diese tagte am Mittwoch im Havelberger Rathaus. Demnach sinkt der Kubikmeter-Arbeitspreis beim Trinkwasser ab 2021 von 1,22 auf 1,20 Euro (Brutto), bei den abflusslosen Sammelgruben sinkt der Arbeitspreis von 9,11 auf 7,70 Euro. Mehr zahlen müssen die Kunden – wie berichtet – bei der zentralen Abwasserentsorgung und bei Kleinkläranlagen. Besonders drastisch fällt die Steigerung bei Letzteren aus: Zahlte man bislang 14,32 Euro pro Kubikmeter Klärschlamm, sind es ab Januar 22,17 Euro. Auch für die Entsorgung gelten schärfere Auflagen, was nicht nur hier die Entgelte nach oben treibt.

Denn auch die Erhöhung bei der zentralen Abwasserentsorgung kam zustande, weil neue Auflagen den TAHV zu höheren Ausgaben zwingen. Zum Beispiel müssen Kanäle alle zehn Jahre per Kamerabefahrung überprüft und bei Bedarf umgehend repariert werden. Auch darum wurde in den Plänen des TAHV für die kommenden Jahre der Bedarf für die Kanalnetze von jährlich 500 000 auf 800 000 Euro angehoben.

Neue Auflagen verteuern die Entgelte

Verbandsgeschäftsführer Gerd Müller wies in der Versammlung nochmals darauf hin, dass die Rahmenbedingungen den Verband zu solchen Anpassungen der Entgelte zwingen. Dazu gehört neben der Kamerabefahrung auch die Überprüfung der Klär- und Pumpwerke auf Explosionsschutz, wofür alle drei Jahre um die 100 000 Euro fällig werden. Dem gestiegenen Unterhaltungsaufwand gegenüber stehen sinkende Einwohnerzahlen. – Ein weiterer Preistreiber, da die Infrastruktur weiterhin in dem bisherigen Umfang vorgehalten werden muss.

Havelbergs Bürgermeister Bernd Poloski merkte an, dass der kommunale Verband keine Gewinne erzielen darf und den Kunden nur die Kosten auferlegt, welche zur Deckung der Aufwendungen nötig sind. Dazu sei eine genaue Planung nötig. Er lobte in dem Zuge die tiefgründige Berechnung zur Kalkulation der Entgelte.

Kanal muss umgehend saniert weren

In diese Kalkulation waren auch die geplanten Vorhaben in den kommenden Jahren eingeflossen – soweit man diese jetzt schon absehen kann. So muss der etliche Jahrzehnte alte Kanal in der Havelberger Cothenius- und in der Pestalozzistraße dringend renoviert werden, er ist teilweise schon stark deformiert. Das soll ohne Aufschachtungen erfolgen, was aber wegen der Deformationen an drei Stellen nicht mehr möglich ist.

Die Stadt, welche die Fahrbahn sanieren möchte, kann allerdings nicht mit ins Boot, erklärte Bernd Poloski. Denn dazu müssten Fördermittel beantragt werden, welche aber im kommenden Jahr noch nicht fließen. – Denn 2021 beginnt eine neue Förderperiode, die Rahmenbedingungen sind derzeit noch völlig unklar.