Havelberg l Andreas Igel begeistert das Schreiben. In Geschichten, Gedichten und Liedern lässt er seine Gedanken sprechen. Und das mit viel Ausdruckskraft. Eine kleine Probe aus seinem „Mut-Mach-Lied“: „Ob behindert oder nicht, jeder Mensch hat ein helles Gesicht. Fasst euch alle an den Händen und glaubt daran. Das Dunkle wird enden – irgendwann.“ Oder: „Fasst euch ein Herz und besiegt zusammen den Schmerz. Haltet zusammen und das mit Allen, seid umsichtig und von der Wärme der Sonne behütet, egal was in eurem tobenden dunklen Inneren brütet. Zeigt euer wahres reines Ich, dann leuchtet für euch alle ein glänzendes Licht.“

In der Montage fühlt er sich wohl

Andreas Igel ist mit einer Krankheit groß geworden, die ihn zu einem Behinderten macht. Aus dem Grund ist er auch in den Elbe-Havel-Werkstätten beschäftigt. Erst in Schönhausen und aktuell in der Montagegruppe in Havelberg. Dort fühlt er sich sehr wohl, wie er sagt. „Hier ist es ein schönes Zusammenleben und eine schöne Zusammenarbeit.“

Andreas Igel möchte mit seinen Texten „Menschen helfen und erfreuen“. Bei einem Praktikum im Wohnheim Am Camps hat er Bewohnern gerne vorgelesen und auch einmal ein Liedchen gesungen. Denn auch das kann der junge Mann sehr gut. In jüngeren Jahren war er übrigens im Chor der „Elbkinder“ aktiv und ist dabei sogar mit Rolf Zuckowski aufgetreten. Am Camps hat es ihm auch gefallen. „Ich bin gerne mit älteren Leuten zusammen“, erklärt er.

Eigenes Buch ist das Ziel

Auch am Mittwoch fanden die Frauen und Männer, die im DRK-Wohnheim in der Genthiner Straße leben, seine Texte, mit denen er sich in diesem Jahr am Literatur-„Wortfinder“-Wettbewerb beteiligte, so gut, dass sie ihm kräftig Applaus spendeten. Das bereits erwähnte „Mut-Mach-Lied“, das er am Mittwoch übrigens auch vorsang, und die Geschichte „Der Freudenbaum“ gehörten zu den Arbeiten, die er zum Thema „Licht & Schatten, Hell & Dunkel, Tag & Nacht“ für den Wettbewerb einreichte. Unter über tausend Einsendungen wählte die Jury auch An­dreas Igels „Der Freudenbaum“ für einen Preis aus. Damit fand die Geschichte zudem Eingang in den 2021er „Wortfinder“-Kalender. Klar, dass der junge Autor und mit ihm seine Mitarbeiter in der Montagegruppe sowie alle anderen Heimbewohner darauf sehr stolz sind.

Andreas schreibt – auf seinem Laptop – fleißig an neuen, kleinen Geschichten. Und er versieht sie auch mit Illustrationen. Denn das liegt ihm auch. „Mein Ziel ist es, das alles einmal gesammelt in einem Buch zu veröffentlichen“, nennt er seinen größten Wunsch. 100 Seiten könnten es schon jetzt werden, schätzt er. Seine neueste Arbeit heißt „Der Friedensbringer“.

Im laufenden Monat startet der „Wortfinder“-Verein wieder einen neuen Wettbewerb: das SchreibKunst-Projekt „Heraus mit den Sprachen“. „Auch da werde ich mitmachen“, versichert der Havelberger.

Jeden Tag ist er zudem ein aktiver Radfahrer: von zu Hause zur Arbeit und nach dieser dann wieder zurück.