Kamern l Auf eine qualitativ sehr gelungene Ausstellung konnte Andreas Engel, Vorsitzender des Rassekaninchenzuchtvereins G 820 „Züchterglück“ Kamern, zum Abschluss der 21. Havellandschau und Kreisschau 2017 des Kreisverbandes Altmark-Ost zurückblicken. Mit 54 Ausstellern aus Sachsen-Anhalt und Brandenburg, die insgesamt 398 Kaninchen in 31 Rassen und 47 Farbschlägen präsentierten, hatte die diesjährige Schau wieder viel züchterisches Können aufzubieten. Von der kleinsten Tiersorte, den Farbenzwergen, bis hin zur größten Sorte, den Deutschen Riesen, war in der Kamernschen Turnhalle, die wieder als Ausstellungsort diente, alles vertreten. An die 400 Schaulustige, davon rund 100 Kinder, nutzten an den beiden Ausstellungstagen die Gelegenheit, die herrlichen Tiere zu bewundern. „Ein Ergebnis, das uns rundum zufrieden stellt“, bemerkte Andreas Engel.

Sechsjähriger mag alle Tiere

Zu den Besuchern gehörte auch die fast komplette Familie von Oliver Schäfer aus Kamern. „Mutti ist zu Hause geblieben, sie muss Mittag machen“, erklärte der sechsjährige Emil ihr Fehlen am Ausstellungsort. Und seine jüngere Schwester Emma nickte zustimmend. Emil konnte seine Blicke kaum von den zum Teil flauschigen Kaninchen lassen. „Sind die schön“, kommentierte er, und fügte an: „Ich mag alle Tiere.“ Aus diesem Grund möchte der Sechsjährige später, wenn er einmal groß ist, auch Tierarzt werden, wie Vati Oliver verriet.

Bei der Tombola "abgeräumt"

Ursel Böhm, die mit ihrer elfjährigen Enkelin Annemarie zur Ausstellung gekommen war, nutzte neben der Tierschau die Gelegenheit, ihr Glück bei der Tombola zu versuchen. Denn bei dieser waren sage und schreibe insgesamt an die 350 Preise zu gewinnen, Sie waren als Glücksnummern in 1800 Losen zu je 50 Cent versteckt. Für Ursel Böhm und Annemarie Böhm lohnte sich der Einsatz von zehn Euro. Sie räumten damit eine ganze Reihe von Preisen ab. Da­runter auch Futter, „das wir für unsere eigenen Kaninchen und Hühner gut gebrauchen können. Zunächst aber muss erst einmal ein Auto kommen, um das hier alles nach Hause zu fahren“, schmunzelte Ursula Böhm.

Bilder

Siebenjährige gewinnt Hauptpreis

Der Hauptpreis, ein Fahrrad, ging erst ziemlich spät raus. Als es kaum noch was anderes zu gewinnen gab, konnte Aimee Chroust nicht viel falsch machen, als sie sich gleich mit einer ganzen Handvoll Lose eindeckte und hoffte, dass sich in diesen die Glücksnummer 250 befinden würde. Es dauerte nicht lange, bis die Siebenjährige jubeln konnte. Das Fahrrad gehörte ihr. Allerdings habe sie es nicht für sich gewonnen, sondern wolle jemanden aus der Familie damit überraschen, erklärte sie.

20 Mal "vorzüglich"

Freude über züchterische Erfolge gab es bei der Schau in Kamern ebenfalls in großer Menge. So erhielten 20 Ausstellungs­tiere von den Preisrichtern die höchste Bewertung „vorzüglich“ zugesprochen, wofür jeder der Züchter als Anerkennung eine Schlackwurst vom Kamernschen Verein erhielt. Für Jungtiere wurde dreimal das Prädikat „sehr gut“ vergeben. Eine bessere Bewertung gibt es bei diesen nicht.

Mit 387 erreichten Punkten – ein Topergebnis – konnte Thomas Behlke aus Kotzen im Havelland die beste Zuchtgruppe (vier Hasenkaninchen rotbraun) der Schau vorweisen. Und bei den Einzelbewertungen stachen zwei Tiere mit 97,5 Punkten heraus: ein Hasenkaninchen von Thomas Behlke und ein Farbenzwerg (schwarz) von Wolfgang Wahl aus Scharteucke.

Erhard Michael ist Kreismeister

Aber auch der gastgebende Verein sowie die Vereine aus Schönhausen und Nitzow hatten Grund zur Freude. Für die Kamernschen Züchter holte Erhard Michael den Kreismeistertitel in der Zuchtgruppe Weiße Neuseeländer. Verschiedene Ehrenpreise, zum Teil auch mehrfach, konnten Wolfgang Hellwig, Andreas Engel, Erhard Michael, Gerold Röhrs und Andrea Gauert entgegennehmen. Für die Züchter in Schönhausen fuhren Cathleen Tannhäuser und Niclas/Luisa Kolrep mit Preisen nach Hause; für den Verein in Nitzow wurde Klaus Gericke mit einem solchen belohnt.

Insgesamt wurden 47 Pokale und Futterpreise vergeben.

Dank an alle Unterstützer

Lobende Worte fand auch Bürgermeister Arno Brandt für die Ausstellung. „Unser Verein sorgt damit dafür, dass Kamern in aller Munde bleibt“, sagte er. Aber auch Vereinsvorsitzender Andreas Engel musste noch so manchen Dank aussprechen. „Vor allem geht dieser an unsere aktiven und passiven Vereinsmitglieder sowie an Helfer aus befreundeten Vereinen, ohne deren Engagement die Ausrichtung einer solchen Veranstaltung nicht möglich wäre. Ebenso nicht ohne die vielen Sponsoren und Unterstützer und ohne die Gemeinde und den Sportverein. Dem SV Empor sind wir zum Beispiel sehr dankbar dafür, dass er uns in jedem Jahr die Turnhalle einschließlich ihrer sanitären Anlagen für die Kaninchenschau zur Verfügung stellt. Am Wochenende hat er aus diesem Grund sogar das Kreisoberligaheimspiel im Fußball umverlegt.“

Am 13. und 14. Oktober 2018 findet die 22. Havellandschau in Kamern statt.