Immekath l Als Hans-Jürgen Zeitz am Mittwochabend bei der Sitzung des Ortschaftsrates als Ortsbürgermeister verabschiedet und mit Lob und Dank förmlich überschüttet wurde, war er zunächst sprachlos. Zunächst. Seine Worte fand er aber nach wenigen Momenten wieder. Zeitz sagte, dass er 1997, als er zum Bürgermeister der damals noch eigenständigen Gemeinde Immekath gewählt worden war, keine Ahnung von Kommunalpolitik gehabt habe. Ob sich daran mittlerweile etwas geändert habe, wisse er nicht. Das sollten andere beurteilen. Zumindest könne ihm niemand mehr ein X für ein U vormachen.

In all den 18 Jahren, die er Bürgermeister beziehungsweise Ortsbürgermeister von Immekath war, hätten ihm sehr gute Ratsmitglieder zur Seite gestanden, mit denen stets eine konstruktive Zusammenarbeit möglich gewesen sei. Genau dasselbe gelte für die früheren Amtsleiter Jürgen Bammel und Karl-Heinz Kull. Zu deren Zeit, so erinnerte Zeitz, habe es Spaß gemacht, sich einzubringen und Zeit zu opfern. „Damals wurde das Ehrenamt noch geschätzt“, meinte der Immekather. Hinweise und auch Kritik seien dankbar aufgenommen worden, ohne dass man gleich als „Krawallmacher oder Nöhler“ tituliert wurde, wie es heutzutage der Fall sei. Sich solche Beschimpfungen anzuhören, so betonte Zeitz, habe er überhaupt nicht nötig. „Darum habe ich meinen Rücktritt erklärt.“

Er sei froh darüber, dass sich mit Peter Gebühr jemand gefunden hat, der ihm als Ortsbürgermeister nachgefolgt ist und dass Immekath somit das Schicksal Neuferchaus, wo sich bis dato niemand für dieses Amt bereit erklärt hat, erspart bleibe.

Vorschläge werden ignoriert

Zeitz bemängelte, dass die Gebietsreform für die ehemals eigenständigen Gemeinden keine Vorteile gebracht hätte. In den Ortsteilen der Einheitsgemeinde habe man „nix mehr zu melden. Und das tut weh“, betonte er. „Überall wird gejammert“, dass es nicht mehr vorangehe, dass man keine Entscheidungsbefugnisse und keinen eigenen Haushalt mehr habe. Mache man Vorschläge, würden diese größtenteils ignoriert, bemängelte Zeitz.

Er versicherte, nichts dagegen zu haben, dass Klötze innerhalb der Stadt gewissermaßen die Nummer Eins sei, jedoch dürften die Dörfer dabei nicht auf der Strecke bleiben. „Das kann nicht sein.“ Und das sollte nicht sein.

Auf wen speziell seine Vorwürfe abzielten, ließ Zeitz die ganze Zeit über offen. Namen nannte er nicht. Zum Schluss seiner Rede äußerte er jedoch noch einen Wunsch: „Ich würde mich freuen, wenn der Stadtrat endlich mal die Augen aufmacht.“ So sei es doch ziemlich merkwürdig, dass drei Kita-Leiterinnen und jetzt auch der Stadtwehrleiter aufgehört haben. „Immer aus ‚persönlichen Gründen‘, wie es hieß. Das kann doch kein Zufall sein. Da sollte man mal drüber nachdenken“, meinte Zeitz.